5000 Kilometer durch Asien geradelt

FRUTHWILEN. Diese Velotour hat drei Monate gedauert. Leo Villiger ist auf seiner Asienreise mit dem Fahrrad von Malaysia nach Flores gefahren. Jetzt ist er zurück und erzählt, wie er unzähligen Affen, aber nur einem einzigen Velofahrer begegnet ist.

Josef Dähler
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Leo Villiger auf seinem Velo. (Bild: Nana do Carmo/Archiv)

Leo Villiger auf seinem Velo. (Bild: Nana do Carmo/Archiv)

Begonnen hat die Reise von Leo Villiger am 27. Dezember auf der Halbinsel Malaysia in Singapur. Sie endete nach knapp 5000 Kilometern am 21. März in Ruteng auf der Insel Flores. Dabei hat er nebst der Halbinsel Malaysia auch die Inseln Sumatra, Java, Bali, Lombok und Sumba durchfahren. Nach der siebten Fährefahrt landete er schliesslich auf der Insel Flores.

Fünf Personen auf der Vespa

Die Tagestemperaturen betrugen im Schnitt 30 Grad. Nachts fielen die Temperaturen nicht unter 25 Grad. Die Luftfeuchtigkeit ist auf allen Inseln sehr hoch. Fast jeden Tag gab es Regen, oft auch Stürme. «Ich fuhr täglich zwischen 60 bis 80 Kilometer», erzählt Leo Villiger. Auf seiner Velotour sah er in all den Wochen und Monaten nur einen einzigen Velofahrer. Viel beliebter sind Vespas. Da kann es schon mal vorkommen, dass mehr als fünf Personen auf dem gleichen Fahrzeug sitzen oder stehen. «Ich wählte gerne die Strassen entlang der Küste. Sie haben viel weniger Höhenunterschiede als entlang der erloschenen Vulkane und erlauben zu jeder Zeit im Meer ein wohltuendes Bad», sagt Villiger. Ausser Hunden sah er fast keine Haustiere. Dafür begegnete er in den Urwäldern umso mehr Affen. In der Landwirtschaft ist der Reisanbau weit verbreitet. Reis ist die Hauptnahrung. Viele Einwohner haben ein eigenes kleines Reisfeld vor ihrem Haus oder weiter oben auf den Terrassen der Vulkane. Ebenfalls aufgefallen ist dem Thurgauer Landwirt, dass der Mais gut gedeiht.

Täglich fünf Liter Wasser trinken

«Um mich fit zu halten, verpflegte ich mich täglich dreimal mit einem warmen Essen und trank fünf Liter Wasser», sagt der sportliche Thurgauer. Schlafen konnte ich meist in privaten Häusern wie beispielsweise in Pfarrhäusern. Sein Zelt hat er nur einmal benutzt. Aber die Gewissheit, dank dem Zelt eine sichere Schlafmöglichkeit zu haben, beruhigte ihn, und die gefüllten Kirchen mit vielen jungen Menschen machten ihm Eindruck. «Bei den vorausgeplanten Besuchen bei ausgewanderten Schweizern durfte ich grosse Gastfreundschaft erfahren», erzählt Villiger. Besonders gefallen hat es ihm in Ruteng, der letzten Stadt vor dem Abflug beim Steyler Pater Waser. Der 85 Lenze zählende Innerschweizer Missionar kam vor 37 Jahren in die Region von Ruteng. Als Priester eröffnete er mit seinen Leuten neue Schulen, baute Häuser, sicherte die Wasserversorgungen und förderte die Landwirtschaft und den Gartenanbau. Leo Villiger ist jetzt wieder zurück im Schloss Hub in Fruthwilen, und man darf gespannt sein auf seine Vorträge in Wort und Bild.

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