5. JUNI: Im zweiten Anlauf

Ein erstes Projekt scheiterte im Juni 2013 noch an der Urne. Nun sagen die Stimmbürger Ja zur neuen Sporthalle und sind bereit, 16 Millionen Franken zu investieren.

Manuel Nagel
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Manuel Nagel

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@thurgauerzeitung.ch

Gross war die Enttäuschung, als die Amriswiler drei Jahre zuvor mit 1456 Nein- gegen 1263 Ja-Stimmen das Hallenneubauprojekt auf dem Allwetterplatz bach- ab schickten. Zu teuer sei es mit über 13 Millionen Franken, hiess es damals von vielen.

Der Enttäuschung ist nun Freude gewichen. «Zum Glück» ist man versucht zu sagen, musste der Stadtrat nochmals über die Bücher und entschied sich für ­einen neuen Wettbewerb.

Mit knapp 16 Millionen Franken kommt der jetzige Neubau die Amriswiler zwar teurer zu stehen als die erste Variante, doch besticht er auf allen Ebenen. Die wichtigste Änderung gegenüber von 2013 ist die Verbindung mit der alten Tellenfeldhalle, die zudem noch saniert wird.

Neue Möglichkeiten der Nutzung

Diese Verbindung – womit die Sportstätte quasi zu einer Sechsfachturnhalle wird – dämpft nicht nur die Kosten der Infrastruktur, sie eröffnet auch Nutzungsmöglichkeiten, wie man sie sonst nirgendwo mehr in der Ostschweiz antreffen dürfte. Gerade für die Oberthurgauer Leichtathleten bietet sich die Chance, Indoor-Wettkämpfe mit einer 100-Meter-Bahn auszurichten.

Die Leichtathleten – und mit ihnen ebenfalls die vielen Mitglieder des Fussballclubs – profitieren auch vom neuen Garderobengebäude, das beim Hauptplatz entsteht und im Preis inbegriffen ist. Mit dem Bau wird bereits in den nächsten Wochen begonnen. Wann die Bagger für die neue Sporthalle auffahren werden, ist noch nicht bekannt.

Bekannt war den Stimmbürgern aber bereits im Vorfeld der Abstimmung, dass der Neubau Auswirkungen auf den Steuerfuss haben dürfte. Dennoch hatte Stadtpräsident Martin Salvisberg nie an der Annahme gezweifelt. Mit über 40 Prozent Stimmbeteiligung und über 70 Prozent Zustimmung (2095 Ja, 866 Nein) war das Ergebnis eindeutig.

Ein würdiges Zuhause für den Schweizer Meister

Durch das Ja zur neuen Sporthalle bekommen nun auch die Volleyballer endlich eine Heimstätte, die einem dreifachen Schweizer Meister auch würdig ist.

Über 2000 Fans – etwa so viele wie Ja-Stimmende – mussten für die beiden Champions-League-Spiele von Volley Amriswil in die neue Sporthalle nach Arbon fahren, um ihre Schützlinge anzufeuern. Auch die kommenden Europa-Cup-Partien (wie jene am 18. Januar gegen ZSKA Sofia) dürfen nur in Amriswil ausgetragen werden, weil der europäische Verband aufgrund des Hallenneubauprojektes eine Ausnahmebewilligung erteilt hat.

Das Ja zur Sporthalle kommt aber in erster Linie allen Vereinen der Stadt zugute, die schon seit Jahren unter Hallenplatzmangel leiden, mit ihrer Jugendarbeit jedoch einen wichtigen sozialen Beitrag leisten.