26 Millionen für Stationsausbau

ROGGWIL. Die Südostbahn baut die Station Roggwil-Berg mit Bundesgeldern auf Doppelspur aus. Damit kommt St. Gallen zu schnelleren Verbindungen nach Konstanz. Im Regionalverkehr fordert der Thurgau den integralen Halbstundentakt.

Max Eichenberger
Merken
Drucken
Teilen
Abbruch vor Ausbau: Der Thurgauer Regierungsrat Kaspar Schläpfer (r.) schickt sich mit St. Galler Regierungskollegen Benedikt Würth und Willi Haag an, das alte Gleis herauszubrechen. (Bilder: Max Eichenberger)

Abbruch vor Ausbau: Der Thurgauer Regierungsrat Kaspar Schläpfer (r.) schickt sich mit St. Galler Regierungskollegen Benedikt Würth und Willi Haag an, das alte Gleis herauszubrechen. (Bilder: Max Eichenberger)

Auf einer Länge von einem Kilometer erstellt die SOB ein neues Gleis. Im Kanton St. Gallen sei dies das zweitgrösste Bahnprojekt, das jetzt angepackt werde, sagte SOB-Verwaltungsratsvize Willi Haag gestern nachmittag zum Baustart. Nötig macht diesen Ausbau zum einen das neue St. Galler S-Bahn-Angebot, so Haag. Dieses bringt schlankere Anschlüsse, mehr Züge und modernes Rollmaterial.

Fahrzeit fast halbiert

Das Konzept soll auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2013 eingeführt werden. Haag: «Dazu ist der Ausbau von Roggwil-Berg zu einer Kreuzungsstation ein wichtiges Puzzleteil.»

In das St. Galler S-Bahn-Projekt integriert ist auch das Thurtal. Auf die neuen Angebote muss nun die Bahninfrastruktur ausgelegt werden. Das Nadelöhr bei der Station Roggwil-Berg bekommt dafür nun einen «Bypass», damit auf der Strecke mehr Züge verkehren und kreuzen können.

Schnelle Verbindungen von St. Gallen nach Konstanz und in den süddeutschen Raum bringt zudem der Anschluss an den europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr (HGV) ab Dezember 2015, erinnert der Thurgauer Regierungsrat Kaspar Schläpfer. Die Fahrzeit von St. Gallen nach Konstanz und umgekehrt wird dann von 60 auf 35 Minuten fast halbiert. Künftig wird dann allerdings der Voralpenexpress nicht mehr ab Romanshorn nach Luzern fahren, sondern ab St. Gallen. Thurbo-Züge werden aber den Anschluss sicherstellen.

Schläpfers Appell

Die umliegende Region selber wird vom HGV-Konzept indessen keinen unmittelbaren Nutzen haben, weil bei der Station in Roggwil-Berg diese Züge durchfahren werden. Wie bisher halten hier aber stündlich je zwei regionale (S-Bahn-)Kompositionen aus beiden Richtungen. Sie werden vor allem von der Thurbo gefahren. Der Thurgauer Volkswirtschaftsdirektor Kaspar Schläpfer pocht aber, sekundiert von Werner Müller, dem Abteilungsleiter öV im Amt für Wirtschaft und Verkehr, gegenüber dem Kanton St. Gallen auf den integralen Halbstundentakt – also auch in den Morgenstunden und abends bis 24 Uhr.

Im November 2013 fertig

Jetzt beginnen die Bauarbeiten. Neben dem heutigen Gleis 3 baut die SOB einen neuen 1000 Meter langen Gleisstrang mit schnellen Einfahrweichen. Dazu sind Trassee-Anpassungen erforderlich. Dazwischen entsteht ein Mittelperron mit Wartehalle. Die übrigen Gleise werden entfernt. Ende November 2013 soll die Kreuzungsstation in Betrieb gehen. Die Investitionen belaufen sich auf 26 Millionen Franken.