24 Stunden für einen Kreisel

AMRISWIL. In Amriswil baut der Kanton einen neuen Kreisel. Um den Verkehr während der Bauzeit möglichst flüssig zu halten, hat die Bauherrin wenige Meter von der Baustelle entfernt einen weiteren, allerdings provisorischen Kreisel errichtet.

Rita Kohn
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Nur ein Provisorium: Amriswil hat über Nacht den Stadthauskreisel bekommen. (Bild: Roger Häni)

Nur ein Provisorium: Amriswil hat über Nacht den Stadthauskreisel bekommen. (Bild: Roger Häni)

Die Amriswiler staunten am Dienstagmorgen nicht schlecht: Ohne je darüber debattiert oder abgestimmt zu haben, ist unmittelbar vor dem Stadthaus ein Kreisel entstanden. Das innerhalb von gerade mal knapp einem Tag. Man wolle auf diese Weise einen Rückstau verhindern, heisst es von Seiten der Stadt.

Hintergrund der unerwarteten Verkehrsregelung ist die auf ein halbes Jahr veranschlagte Bauzeit für den Kreisel Alleestrasse. Um den Verkehr während dieser Zeit möglichst problemlos durch Amriswil zu schleusen, musste die Strassenführung neu überdacht werden.

Begehrlichkeiten geweckt

Ergebnis dieses Prozesses waren die Baumaschinen, die am Montag im Kreuzungsbereich St. Gallerstrasse/Weinfelderstrasse auftauchten. Was erst zwei Wochen zuvor beschlossen worden war, wurde gleich in Tat umgesetzt: Die Kreuzung wird nun im Kreisverkehr passiert. Üppig sind die Platzverhältnisse nicht. Lastwagen tun sich schwer mit dem Radius. Allerdings zeigt ein Augenschein, dass sich selbst grössere Lastwagen verhältnismässig gut mit der neuen Situation arrangieren.

Für die meisten Verkehrsteilnehmer bringt die neue Situation unerwartete Entlastung. An den Stammtischen und auf der Strasse wurde der quasi über Nacht realisierte Kreisel rege diskutiert. «Hoffentlich bleibt das so» lautet der allgemeine Tenor. Die Verflüssigung des Verkehrs wird positiv aufgenommen. Schon während längerer Zeit klagten die Bewohner der südlichen Quartiere darüber, dass ein Queren der Weinfelderstrasse nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist.

Nur während der Bauzeit

Doch die neue Verkehrsführung im Zentrum wird voraussichtlich nur wenige Monate gültig sein: So lange nämlich, bis der Kreisel Alleestrasse eröffnet ist und der Verkehr wieder über die Weinfelderstrasse rollt. Ob sich die Amriswiler dann dafür einsetzen, ihren Stadthauskreisel behalten zu können, ist noch nicht klar. Immerhin soll es ja nur wenige Meter neben dem Provisorium schon in naher Zukunft einen weiteren Kreisel geben, nämlich jenen vor dem Pentorama. Die dafür notwendige Abstimmung ist im Frühjahr 2013 vorgesehen.

Die derzeitige Strassenführung mit Stadthauskreisel zeigt jedoch, dass auch während der für die kommenden Jahre vorgesehenen Sanierung der Weinfelderstrasse eine optimale Lösung zur Verfügung stünde.

Vortritt aufgehoben

Der Kreisverkehr vor dem Stadthaus ist allerdings nicht die einzige Massnahme, mit der die Verantwortlichen den Verkehrsfluss möglichst optimal gestalten wollen. Da der Verkehr ab Kreisel Köpplishaus über die Hagenwilerstrasse geführt wird und später links in die St. Gallerstrasse einbiegt, drohte an dieser Stelle bei regem Gegenverkehr ebenfalls ein längerer Rückstau. Diese Gefahr ist nun gebannt. Dem von Hagenwil her kommenden Verkehr wurde nun zugunsten der Linksabbieger die Vorfahrt genommen.

Betroffen von den Umleitungsmassnahmen ist unter anderem auch der Verkehr der Linienbusse. An der Hagenwilerstrasse – gegenüber Denner – ist eine provisorische Haltestelle entstanden. Denn der Einbahnverkehr im Baustellenbereich gilt auch für den Busbetrieb.

Lichtsignal hat ausgedient

Sobald der Kreisel Alleestrasse in Betrieb genommen wird, soll die einzige Lichtsignalanlage in Amriswil – jene vor der ISA Sallmann AG – verschwinden. Dies wurde bereits im Rahmen der Kreiselabstimmung bekanntgemacht.

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