175 Jahre Sek

Turnen in Hemd, Kittel und Krawatte Während meiner Sek-Zeit – 1947 bis 1950 – unterrichteten acht Sekundarlehrer im Schulhaus an der Alemannenstrasse, Ernst Möhl, Ernst Hanselmann, Otto Schmid, Albert Bauer, Dr. Hans Huber, Georg Dulk, Walter Baumann und Hans Rüedi.

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Heinz Daepp (Bild: Urs M. Hemm)

Heinz Daepp (Bild: Urs M. Hemm)

Turnen in Hemd, Kittel und Krawatte

Während meiner Sek-Zeit – 1947 bis 1950 – unterrichteten acht Sekundarlehrer im Schulhaus an der Alemannenstrasse, Ernst Möhl, Ernst Hanselmann, Otto Schmid, Albert Bauer, Dr. Hans Huber, Georg Dulk, Walter Baumann und Hans Rüedi. Der Lehrerberuf war damals in Arbon eine reine Männerdomäne. Weder in der Primar- noch in der Sekundarschule war ein Fräulein Lehrer zu finden. Ausnahmen waren Koch- und Handarbeitslehrerinnen.

Es war klar geregelt, dass wir zu Fuss zur Schule kommen mussten. Nur Schülerinnen und Schülern, die einen Fussweg von über einem Kilometer zurücklegen mussten, war es erlaubt, ein Fahrrad zu benützen.

In Arbon bestanden damals nur zwei Turnhallen – die Reben- und die Bergli-Turnhalle. Im Lehrplan waren drei Turnstunden pro Woche vorgesehen. Der Turnunterricht aller 26 Arboner Schulklassen konnte nicht unter Dach erteilt werden. Eine Turnstunde pro Woche verbrachten wir deshalb im Freien, nämlich auf dem Kiesplatz vor dem Sek-Schulhaus, auf der Bergliwiese, in der Badehütte (heute Schwimmbad), auf dem Eis des Aachweihers oder auf dem holprigen Eis des Sees. Der Mangel an Turnhallen führte zu wöchentlichem Sport im Freien, zu Leichtathletik auf der Bergliwiese, zum Schwimmen im See und zum Eishockeyspielen.

Für die Turnstunde auf dem Schulhausplatz erschienen wir Buben nicht etwa in einem Turndress, sondern ganz einfach im Hemd, der kurzen Hose und in Halbschuhen. Wir waren also wie in der Schulstunde zuvor bekleidet. Der Turnlehrer stand mitten auf dem Platz und befahl: «Einlaufen in Einerkolonne, im Kreis um mich herum. Gehen, Laufen, Hüpfen oder Kauergang.» Der Turnlehrer leitete die Turnstunden auf dem Schulhausplatz meistens in seinem normalen Anzug – samt Krawatte. Dem Einlaufen folgte oft eine kurze Pendelstafette und die restlichen 30 Minuten der Turnstunde verbrachten wir mit Spiel. Das häufigste Spiel der Sekundarschule war damals Schlagball. Notiert: Urs M. Hemm

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