175 Jahre Sek

Probealarm und Ernstfall Immer wenn die Sirenen bei einem Probealarm ertönen, fühle ich mich um Jahrzehnte zurückversetzt. Wir Schüler erhielten durch die Lehrer folgende Weisung: Gibt es Fliegeralarm auf dem Schulweg – geht ihr entweder in die Schule oder nach Hause.

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Erika Egli (Bild: uh)

Erika Egli (Bild: uh)

Probealarm und Ernstfall

Immer wenn die Sirenen bei einem Probealarm ertönen, fühle ich mich um Jahrzehnte zurückversetzt. Wir Schüler erhielten durch die Lehrer folgende Weisung: Gibt es Fliegeralarm auf dem Schulweg – geht ihr entweder in die Schule oder nach Hause. Meistens ging es zwischen 13 und 13.30 Uhr los.

Wir rannten dann vom Sek-Schulhaus auf den Bergli-Kirchplatz, wo wir mit Spielen und Plaudern die Zeit vertrieben. Da zu dieser Zeit meist Englisch angesetzt und Doktor Huber beim Luftschutz eingeteilt war, wäre diese Stunde sowieso ausgefallen.

Den Ernst des Krieges erfassten wir erst richtig, als Friedrichshafen bombardiert wurde. Einer unserer Schulkameraden wohnte damals an der Metzgergasse, als eine Flugabwehrgranate das Haus traf und über dem Kopf des Schülers in die Wand einschlug. Unser Kamerad ist nicht einmal aufgewacht.

Später erwachte dann die ganze Klasse als ein Bub unter der Schulbank mit einem Revolver spielte. Ein Schuss ging los, prallte am Pult zurück und in die Hand des «Schützen». Er hielt die blutige Hand in die Höhe und der Lehrer fragte: «Was machst Du jetzt?» Er ging wortlos aus dem Zimmer. Wir Mädchen erfuhren dann von den Knaben, dass sie gewusst haben, dass er eine Schusswaffe besitzt. Notiert: Urs M. Hemm

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