100 Zwiebeln, 1000 Samen

DETTIGHOFEN. Das Haus von Ernst und Elsbeth Vollenweider sticht ins Auge: Es ist opulent geschmückt mit bunten Blumen. Obwohl die beiden bereits 80 Jahre alt sind, bewirtschaften sie ihren Garten noch selber.

Michèle Vaterlaus
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Elsbeth und Ernst Vollenweider vor ihrem Hauseingang. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Elsbeth und Ernst Vollenweider vor ihrem Hauseingang. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Zehn Töpfe mit Engelstrompeten zieren den Garten zur Strasse hin, der Weg bis zur Haustür ist gesäumt von Nelken und Petunien, auf den Fenstersimsen stehen Blumenkisten mit saftig grün-roten Geranien: Elsbeth und Ernst Vollenweider leben in einem Blumenparadies an der Lengwilerstrasse in Dettighofen.

«Viele Einheimische, aber auch Auswärtige, die mit dem Auto bei uns vorbeifahren, halten an, um die Blumen zu bestaunen», sagt Ernst Vollenweider. Er und seine Frau erledigen alle Gartenarbeiten noch selber – obwohl er bereits 82 Jahre alt ist und sie 80. 25 Jahre leben die beiden bereits in ihrem Haus. «Wir haben das alte unserem Sohn gegeben und uns ein neues gebaut», sagt Ernst Vollenweider. Sie leben in fünf Zimmern, die sich alle auf einem Stock befinden. «Das erleichtert den Haushalt.» So kann das Ehepaar auch heute noch alles selber bewältigen.

Ständige Pflege

«Man merkt schon, dass es etwas langsamer geht mit dem Alter», sagt Elsbeth Vollenweider. Trotzdem mache sie immer wieder etwas im Garten, jeden Tag, nur schon beim Vorbeigehen, erklärt sie und befreit die Engelstrompeten gleich von gelben Blättern. Ihr Mann lacht: «Sehen Sie, so geht das, dann werden die Blumen und Pflanzen ständig gepflegt.» Haben die beiden ein Geheimrezept? «Jeden Tag giessen und einmal in der Woche düngen», erklärt Ernst Vollenweider und lacht. Seine Frau ist im Schloss Castell in Tägerwilen aufgewachsen. Dort habe sie alles rund um den Garten von ihrer Mutter gelernt. «Aber auch bei uns gibt es mal gelbe Blätter», sagt sie. «Dieses Jahr hatten wir einfach wieder einmal Glück.» Ihr Mann geht über den Rasen und zeigt auf den Boden: «Ja, hier zum Beispiel, der Rasen hat in der Hitze auch gelitten.» Ernst Vollenweider beschäftigt sich erst seit seiner Pension mit dem Garten. «Vorher war ich auf Montage, da hatte ich keine Zeit.» Während seine Frau sich lieber den Nelken widmet, hat er seine Leidenschaft für Engelstrompeten entdeckt. Die züchtet er selber: Im Winter schneidet er die Pflanzen zurück, stellt die abgeschnittenen Triebe in einen Eimer Wasser und topft sie später ein. So hat er im nächsten Frühling wieder neue Engelstrompeten. «Das Tolle an der Pflanze ist, dass sie zweimal im Jahr blühen: im August und im September nochmals.» Im Winter müssen sie aber ins Haus. «Die bringe ich dann selbst in den Keller», sagt der 82-Jährige nicht ohne Stolz.

Hunderte von Zwiebeln

Elsbeth Vollenweider züchtet Nelken. Im Herbst liest sie Tausende Samen ab, lagert sie im Keller und streut sie im Frühling aus. Bald wird sie auch Hunderte von Zwiebeln setzen. «Kaum ist es warm, spriessen die Tulpen und Osterglocken», sagt sie. «Dann ist es bei uns immer farbenfroh.»