100 Kinder ohne Präsidentin

ARBON. Das Spielgruppen-Team Arbon-Frasnacht betreut rund 100 Kinder im Vorschulalter. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich für den Verein und hat Mühe, genügend Leute zu finden. Seit einem Jahr fehlt der Spielgruppe eine Präsidentin.

Michèle Vaterlaus
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In der Spielgruppe Arbon-Frasnacht spielen die Kinder unbekümmert – auch ohne dass das Präsidentenamt besetzt ist. (Bilder: Michèle Vaterlaus)

In der Spielgruppe Arbon-Frasnacht spielen die Kinder unbekümmert – auch ohne dass das Präsidentenamt besetzt ist. (Bilder: Michèle Vaterlaus)

Fröhliche Kinderstimmen sind aus dem bunten Spielgruppenraum zu hören. Die Spielgruppenleiterin Doris Christinger hat Bastelarbeiten für die Kinder vorbereitet. Zwei Mädchen bekleben fleissig ihre Papier-Osterhühner. Drei Mädchen spielen mit grossen Stoffklötzen, zwei Buben haben die Lego-Steine für sich entdeckt. Ein Bub und ein Mädchen schaukeln auf einer kleinen «Gigampfi».

Eine ganz normale Spielgruppe. Nichts deutet darauf hin, dass der Vorstand des Vereins Spielgruppe Arbon-Frasnacht nicht vollständig ist: «Wir suchen seit einem Jahr eine Präsidentin oder einen Präsidenten», sagt Kassierin Angela Consolati.

Repräsentation nach aussen

Der Vorstand der Spielgruppe setzt sich aus drei bis sieben Personen zusammen. Die Aufgabe des Präsidenten: «Die Repräsentation nach aussen», sagt Consolati. Der Präsident leitet auch die vier Vorstandssitzungen im Jahr. «Manchmal schweift der Vorstand von den Traktanden ab. Da muss man die Zügel in der Hand haben», sagt sie. Deshalb sollte der neue Präsident eine gewisse Reife und Erfahrung haben.

«Am liebsten wäre mir jemand, der sich auch mit Rechtsangelegenheiten auskennt», sagt Consolati. Vertragsrecht wäre ein Beispiel, da die Spielgruppenleiterinnen in einem Angestelltenverhältnis stehen. «Auch der Kontakt zur öffentlichen Hand ist wertvoll.»

Wie die Jungfrau zum Kind

Angela Consolati ist von Beruf Steuerexpertin. Sie hat selbst keine Kinder. Wie sie zur Spielgruppe gekommen sei? «Wie die Jungfrau zum Kind», sagt sie lachend. Und fügt an: «Die bisherige Präsidentin Gaby Bolleter hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, das Amt der Kassierin zu übernehmen. Da ich keine Kinder habe, dachte ich, das wäre eine Möglichkeit mich sozial in der Stadt einzubringen.»

Das Präsidentenamt ist wie jede Vorstandsmitarbeit der Spielgruppe ehrenamtlich. «Wir sind eine Non-Profit-Organisation, da können wir keine Vorstands-Honorare bezahlen», sagt sie.

Der Präsident sollte mit einem jährlichen Zeitaufwand von 50 Stunden rechnen. Dazu gehören die vier Vorstandssitzungen, aber auch verschiedene Anlässe wie der Weihnachtsmarkt, der Tag der offenen Tür und Informationsveranstaltungen. «Manchmal rufen auch Eltern an, die Informationen wollen», sagt Consolati. Die Anwesenheit des Präsidenten sei nicht bei allen Anlässen zwingend, es sei aber von Vorteil, wenn er vorbeischaue.

Zurzeit hat der Vorstand die meisten Arbeiten des Präsidentenamtes unter sich aufgeteilt. «Doch wieder einen Präsidenten zu haben ist absolut notwendig», sagt Consolati. Sie glaubt, das grösste Hindernis, ein solches Amt anzunehmen, sei der Zeitfaktor. «Viele haben Familie, Beruf und sind bereits sozial engagiert.»

Auch Angela Consolati ist beruflich stark eingebunden. «Ich würde das Amt nur übernehmen, wenn ich den Kassier abgeben könnte. Im Hinblick auf die Gewaltentrennung sollten die beiden Ämter nicht durch ein und dieselbe Person besetzt werden.

Wer Interesse am Spielgruppe-Präsidium hat, kann sich bei Angela Consolati, Telefon 071 388 62 62, oder per E-Mail unter angela.consolati@tb-h.ch melden

Angela Consolati ist Kassierin der Spielgruppe.

Angela Consolati ist Kassierin der Spielgruppe.

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