100 Jahre St. Stefan

1911 bauten die Amriswiler eine Notkirche

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1911 bauten die Amriswiler

eine Notkirche

Die Amriswiler Katholiken waren glücklich und zufrieden mit der «Notkirche» – jetzt Stefanshöfli – eine eigene Kirche zu besitzen. Diese Notkirche wurde im Jahr 1911 erbaut nach den Plänen der Architekten Curiel und Moser aus St. Gallen. Die Bevölkerung liebte das gemütliche und warme Innere mit dem westwärts gelegenen Altarraum, hat aber in weiser Voraussicht bereits damals den Bau eines grösseren Gotteshauses im Auge behalten. Wenn ich heute nach 100 Jahren das Gebäude betrachte, denke ich, dass es immer noch ein ansprechender und bis zu unserer Zeit ansehnlicher Bau darstellt.

Die Kirchgemeinde nahm Aufschwung und sehr bald wurden die verschiedensten Vereine gegründet. Als erstes entstand der kath. Kirchenchor, der somit in diesem Jubiläumsjahr auch sein 100-jähriges Bestehen feiern kann. Mit über 40 Sängerinnen und Sängern konnte er die damals kleine Empore bereits füllen. In den Statuten des Protokollbuches von 1911 ist lesenswert und zu Denkanstössen empfohlen: «Als Aktivmitglieder können nur Solche aufgenommen werden, die nicht mehr schulpflichtig und unbescholtenen Rufes sind.!» Weitere Vereine wurden nach und nach gegründet, so auch die «Jungfrauen-Kongregation», die Jungmannschaft, der Gesellenverein, Mütterverein, Volksverein sowie einige christlich soziale Organisationen. Die neue Gemeinde erblühte.

Der damalige Pfarrer Huber wohnte erst mal in einer Mietwohnung, bis bereits ein Jahr später das heute noch bestehende stattliche Pfarrhaus nebenan erbaut wurde. Erwähnen möchte ich auch noch, dass in Ermangelung eines eigenen Glockengeläutes in der neuen Kirche bei Beerdigungen und Gräberbesuchen (ich denke da an Allerheiligen) die Glocken der evangelischen Kirche läuteten. Es ist folgendes in einer alter Schrift zu lesen: «Es war jedesmal erhebend unter diesem prächtigen Glockengeläute den Friedhof zu betreten!» Erfreulicherweise wurde Ökumene also damals schon praktiziert.

Edith Wirth