APRILSCHERZ: «Ostschweiz am Sonntag» erscheint weiterhin nur als E-Paper - Kein Geld von Blocher

Jene Leserinnen und Leser, die das Rascheln von Zeitungsseiten beim sonntäglichen Brunch vermissen, dürfen sich freuen. Demnächst erscheint die «Ostschweiz am Sonntag» wieder in gedruckter Form.

Drucken
Teilen
Blocher sei Dank: Der SVP-Übervater ist neuer Geldgeber bei der Ostschweiz am Sonntag. (Bild: Benjamin Manser)

Blocher sei Dank: Der SVP-Übervater ist neuer Geldgeber bei der Ostschweiz am Sonntag. (Bild: Benjamin Manser)

Erst im vergangenen Oktober hatten die NZZ-Regionalmedien mit dem Sonntagstitel den Schritt zum reinen E-Paper gewagt. «Ein übereilter Entscheid, der bei der Stammleserschaft nicht gut angekommen ist», heisst es nun in einer Mitteilung aus der Geschäftsleitung. Die Rückkehr zur gedruckten Sonntagszeitung sei kein Rück-, sondern ein Fortschritt. «In einer zunehmend digitalisierten Welt schätzen die Leute zunehmend haptische Erlebnisse. Das gilt auch beim Lesen.» Mit der gedruckten Sonntagszeitung wolle man insbesondere jüngere Menschen als Abonnenten gewinnen, die sich stark zu Vintageprodukten hingezogen fühlen. «Möbeldesign aus den Siebzigern und Musik aus den Achtzigern ist wieder in. Diese Retrowelle wollen wir für unsere Medienprodukte nutzen», so die Mitteilung.

Finanzierung durch Blocher, Kolumne von Köppel

Dass die «Ostschweiz am Sonntag» wieder auf Papier erscheint, ist nicht zuletzt einem zahlungskräftigen Investoren zu verdanken: SVP-Doyen Christoph Blocher unterstützt künftig Druck und Vertrieb der Sonntagszeitung. Blocher hatte im vergangenen August bereits den Wiler Zehnder Verlag mit 25 Gratiswochenzeitungen gekauft. In seinem Medienportfolio habe noch eine Sonntagszeitung gefehlt, heisst es in einer Medienmitteilung des Unternehmers. «Die Beteiligung an dem regional verankerten Sonntagstitel passt perfekt in dieses Portfolio.» Die redaktionelle Unabhängigkeit bleibt laut Blocher «selbstverständlich gewahrt». Einzige Bedingung für die finanzielle Beteiligung: SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel erhält im Inlandteil der OaS Platz für eine politische Kolumne. (red)

Kein Geld von Blocher für die Ostschweiz am Sonntag

Die «Ostschweiz am Sonntag» erscheint weiterhin nur als E-Paper – und Christoph Blocher steigt nicht als Geldgeber ein. Die Ankündigung, der Sonntagstitel werde wieder gedruckt und der SVP-Doyen wolle sich finanziell beteiligen, war ein Aprilscherz. In der Meldung vom Sonntag wurde die Geschäftsleitung der NZZ-Regionalmedien zitiert. Die Einstellung der gedruckten Ausgabe sei «ein übereilter Entscheid» gewesen. Blocher werde inhaltlich keinen Einfluss auf die Zeitung nehmen. Einzige Bedingung für die Beteiligung sei eine Kolumne für «Weltwoche»-Chef Roger Köppel. Die Redaktion habe mit dem Scherz Selbstironie bewiesen, schrieb das Newsportal «Watson». Die «Ostschweiz am Sonntag» hat im Oktober 2017 die gedruckte Ausgabe eingestellt. (red)