Appenzellisches, aber nicht nur, im «Bären» Gonten

Wer seine Gäste auf konstant hohem Niveau verwöhnt, wie Charly Gmünder im «Bären» Gonten es seit vielen Jahren tut, hat es mit Gastrokritikern mitunter schwer: Die können ja nicht einfach den Text vom Vorjahr abdrucken, sind immer auf der Suche nach Veränderungen, die sie dann dramatisch beschreiben können. Diesem Zwang müssen wir uns nicht unterwerfen ? weder in dieser Rubrik, noch im handlichen Tagblatt-Restaurantführer, der vor Weihnachten bereits in seiner dritten Auflage erscheinen wird.

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Wer seine Gäste auf konstant hohem Niveau verwöhnt, wie Charly Gmünder im «Bären» Gonten es seit vielen Jahren tut, hat es mit Gastrokritikern mitunter schwer: Die können ja nicht einfach den Text vom Vorjahr abdrucken, sind immer auf der Suche nach Veränderungen, die sie dann dramatisch beschreiben können. Diesem Zwang müssen wir uns nicht unterwerfen – weder in dieser Rubrik, noch im handlichen Tagblatt-Restaurantführer, der vor Weihnachten bereits in seiner dritten Auflage erscheinen wird.

Wenn's stimmt, dann stimmt's

Wir haben im stattlichen Haus mit seiner dreihundertjährigen Geschichte einen harmonischen Abend in stimmungsvoller, entspannter Atmosphäre verbracht – und daran hatte die tadellose Leistung von Charly Gmünders Küche den Löwenanteil. Aber auch die schöne alte Gaststube im ersten Stock wie der aufmerksame, freundliche Service unter der Leitung von Gattin Sylvia trugen das ihre dazu bei. Und bestärkten uns wieder einmal in der Überzeugung, dass für ein kulinarisches Erlebnis eben alles stimmen muss. Diesen Befund bestätigten die zufriedenen Gesichter an den Nebentischen vollauf.

Nicht nur Appenzeller Folklore

Das Menu (zu 61 Franken), das uns auf einer Schiefertafel vorgeschlagen wurde, zeigte auch an, dass man Charly Gmünders Küche nicht auf Appenzeller Spezialitäten wie Chäs-Schoope und Südwöschtli reduzieren soll: Der lauwarme Fischsalat entpuppte sich als drei appetitliche Happen von Dorsch, Zander und Salm an einem gemischten Salat; Mostbröckli mit Büffelmozzarella, frische Feigen mit Rucola ergaben ein erfreuliches Zusammenspiel der Aromen. Hervorragend schmeckte unserem Gegenüber ein butterzartes «Rindsfilet-Gulasch» an Paprikasauce, Reis und Frischgemüse. Tadellos kam auch das Kalbssteak mit frischen Eierschwämmli, Zitronenkartoffeln und Frischgemüse daher.

Als «Dröberabi» (Dessert) stand ein Erdnüssli-Parfait mit Saisonfrüchten und Honig-Ingwer-Sauce oder aber ein Trüffelbrie mit Birnbrot zur Wahl. Wir entschieden uns neben dem Trüffelbrie auf der einen für zwei unterschiedlich lang gereifte Appenzeller Käse auf der anderen Seite, die es in sich hatten. Und uns Gelegenheit gaben, den Rest des schönen Barolo «Cabutto» (Jahrgang 2000, 64 Fr.) zu geniessen.

Irish Beef und Zarzuela

Neben den klassischen Appenzeller Spezialitäten, darunter – vor allem um Ostern herum – das hochgeschätzte Gitzi, gibt es bei Charly Gmünder immer auch Spezialitäten aus der weiten Welt: Zurzeit gerade Irish Beef in verschiedenen Variationen. Und demnächst wieder Paella und Zarzuela, klassische spanische Eintöpfe, die man hinter den sieben Hügeln des Appenzellerlandes nicht unbedingt vermuten würde.

Lohnend auch ein Blick und – wer es sich promillemässig leisten kann – ein Schluck aus der Spirituosenauswahl, beispielsweise ein Enzian- oder Vogelbeer-Destillat (14 Fr.) vom Lustenauer Privatbrenner Hämmerle.

Unser Eindruck: Dass der «Bären» Gonten schon lange ein Begriff ist, muss kein Nachteil sein: Charly Gmünder beherrscht das Küchenhandwerk auf hohem Niveau, pflegt Appenzeller Spezialitäten, aber nicht nur. Und die unter Sylvia Gmünders Leitung gepflegte Gastlichkeit erfreut die vielen treuen Stammgäste. Dazu tragen auch die höchst anständigen Preise bei. (gfh.)


Visitenkarte

«Bären» Gonten

Hauptstrasse, 9108 Gonten Charly und Sylvia Gmünder

Tel. 071 795 40 10

info@hotel-baeren-gonten.ch www.hotel-baeren-gonten.ch

Öffnungszeiten: So abend und Montag geschlossen

Karte: Vorspeisen 8.50 bis 19.50, Hauptspeisen 29 bis 58, Appenzeller Spezialitäten und Menus von 45 bis 88 Franken

Besonderes: Der «Bären» ist auch ein gemütliches Hotel mit 15 Zimmern und 24 Betten.

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