Zwölfmal mehr Erneuerbare

Ab 2013 arbeitet eine Kommission das Trogner Energiekonzept aus. Eine Bachelorarbeit zeigt, dass in der Gemeinde das Potenzial steckt, künftig 60 Prozent des Energiebedarfs aus Eigenproduktion abzudecken. Heute sind es nur 4,5 Prozent.

Mea Mc Ghee
Drucken

TROGEN. Trogen ist abhängig vom Atomstrom: 78,8 Prozent des Strombedarfs werden dadurch gedeckt. «Als ich dies in der Studie von Raphael Hartmann las, schraubte ich umgehend vier Glühbirnen aus unserem Kronleuchter», fand Moritz Flury, Präsident der SP Trogen, einen gelungenen Einstieg ins Schwerpunktthema der öffentlichen Versammlung vom Donnerstag. Referate zur Energiezukunft und die Präsentation des Budgets 2013 lockten 40 Einwohner in den «Kronen»-Saal.

Viel Potenzial im Wald

Raphael Hartmann, Trogen, schrieb seine Bachelorarbeit an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften Wädenswil zur Energiezukunft Trogens. «Für Wärme, Elektrizität und Verkehr verbraucht Trogen jährlich umgerechnet die Menge von 160 Tanklastwagen Öl», sagte er. Nur 4,5 Prozent des Energiebedarfs werde aus Eigenproduktion gedeckt. Der Referent zeigte auf, dass durch gezielte Massnahmen der Energieverbrauch um die Hälfte reduziert werden könnte. Grösste Sparmöglichkeit biete die Wärme. «Das Potenzial der erneuerbaren Energien in Trogen ist beim Holz am grössten. Zwei Drittel des Wärmebedarfs lassen sich durch Holz aus Trogner Wald decken», sagte Hartmann. Er empfahl denn auch, den Abbau von Energieholz zu fördern. Mit 10 400 Tonnen Hofdünger, 30 Tonnen Gastroabfällen und 80 Tonnen Grünabfällen, die jährlich anfallen, könnte eine Biogasanlage betrieben werden. Potenzial sieht er auch in der Windkraft und in geringerem Mass in der Wasserkraft. Er sagte: «Mit gezielten Massnahmen lässt sich der Selbstversorgungsgrad aus erneuerbaren Energien auf 60 Prozent steigern.»

Energiekonzept erarbeiten

Trogen gibt sich ein Energiekonzept: Gemeinderat Marc Fahrni kündigte an, dass eine zu gründende Energiekommission 2013 die Arbeit aufnimmt. Trogen sei dem Trägerverein Energiestadt beigetreten, ob man das Label Energiestadt anstrebe, sei offen. Bis Mitte 2013 gilt es, ein energetisches Profil Trogens mit Stärken und Schwachpunkten zu erstellen. «Mitte 2014 sollen die energiepolitischen Ziele formuliert und ein Aktivitätenprogramm ausgearbeitet sein», sagte Fahrni.

Regierungsrat Jakob Brunnschweiler stellte die Studie Windenergie AR vor. Der Suruggen (Trogen und Gais) sei eines von fünf vielversprechenden Windenergiegebieten im Appenzellerland. Anders als bei der Hochalp, hätten aber noch keine Gespräche mit Grundeigentümern und keine Abklärungen bezüglich Zufahrtsmöglichkeiten stattgefunden.

Aktuelle Nachrichten