Zwölf richtige Antworten zu Huldrych Zwingli

Zwingli-Rätsel: die Auflösung («Toggenburger Tagblatt», Samstag, 18. März)

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? 1. Die Antwort mit dem Lösungsbuchstaben R ist richtig. Seine Eltern waren wohlhabend genug, um ihrem Sohn Huldrych eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Mit fünf Jahren kam Huld­rych Zwingli zu seinem Onkel, der Dekan in Weesen war. Von 1494 bis 1498 besuchte Zwingli Lateinschulen in Basel und Bern.

? 2. Buchstabe O ist richtig. Huld­rych Zwingli wurde in Wildhaus geboren. Der Vater als Burgvogt und der «Rössli»-Wirt sind Erfindungen.

? 3. Buchstabe M ist richtig. Zwingli war niemals Pfarrer in Wildhaus. Seine erste Stelle als Pfarrer trat er 1506 in Glarus an. Von dort wechselte er 1516 als Leutpriester nach Einsiedeln und 1519 in gleicher Funktion ans Grossmünster nach Zürich.

? 4. Buchstabe R ist richtig. Der Buchdrucker Froschauer tischte seinen Gesellen in der Fastenzeit 1522 Würste auf. Zwingli war zwar beim Essen dabei, rührte die Würste aber nicht an. Andererseits forderte er den Buchdrucker und die Gesellen auch nicht dazu auf, die Fastengebote einzuhalten und auf den Verzehr des Fleisches zu verzichten. Zwingli rechtfertigte das in einer Denkschrift über die freie Wahl der Speisen damit, dass die Fastengebote der Kirche nicht biblisch, sondern nur durch die Tradition begründet waren.

? 5. Buchstabe E ist richtig. Zwinglis Frau war die Witwe Anna Reinhart. Zwingli heiratete sie ­ im Jahr 1524. Die beiden hatten vier Kinder. Margarethe Bruggmann war der Ledigenname ­ von Zwinglis Mutter. Hedwig von Watt ist eine Erfindung in Anlehnung an den St. Galler ­Reformator Joachim von Watt (Vadian).

? 6. Buchstabe S ist richtig. Luther und Zwingli trafen einander nur einmal, beim Religionsgespräch, zu dem der Landgraf von Hessen reformatorisch gesinnte Theologen nach Marburg geladen hatte. Es sollte die Differenzen in der Abendmahlsfrage überwinden, was jedoch misslang. Der Legende nach schrieb Luther vor sich auf den Tisch, an dem er und Zwingli während der Diskussion sassen, mit Kreide «est» (lateinisch für «ist»). Luther wollte sich so daran erinnern, dass Christus beim Abendmahl im Brot und im Wein leiblich anwesend ist. Zwingli sah das Abendmahl als symbolische Handlung. Am Reichstag von Worms, an dem Luther für vogelfrei erklärt wurde, war Zwingli nicht anwesend. Luther war zwar Professor für Auslegung der Bibel an der Universität Wittenberg, Zwingli hat aber an den Universitäten Wien und Basel studiert.

? 7. Buchstabe Ü ist richtig. Zwingli fiel in der Schlacht von Kappel. Seine Leiche wurde verbrannt. Auf dem Konzil in Konstanz wurde der tschechische Reformator Jan Hus als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das war 1415, also mehr als ein Jahrhundert früher als die Schlacht von Kappel.

? 8. Buchstabe G ist richtig. Zwingli hat als Feldprediger des Glarner Kontingents mindestens zwei Schlachten in den Mailänder Kriegen des frühen 16. Jahrhunderts persönlich miterlebt. Zwingli predigte später als Leutpriester in Einsiedeln und in Zürich gegen die Reisläuferei, einen radikalen Pazifisten kann man ihn aber nicht nennen. Das würde eher auf die Täufer zutreffen.

? 9. Buchstabe S ist richtig. Das Abendmahl wurde von Zwingli nicht abgeschafft, aber nur noch an vier wichtigen Feiertagen begangen, wobei Brot und Wein allen Gläubigen ausgeteilt wurde. Die Opposition gegen die Kindertaufe findet man bei den (Wieder-)Täufern, nicht bei Zwingli.

? 10. Buchstabe N ist richtig. Zwinglis Nachfolger war Heinrich Bullinger. Zwingli hatte zwar vier Kinder, aber keines wurde Pfarrer am Grossmünster. Jean Calvin war der Reformator von Genf und Begründer des Calvinismus.

? 11. Der Buchstabe T ist richtig. Der Pest von 1519 fiel in der Stadt Zürich etwa ein Viertel der Einwohner zum Opfer. Auch Zwingli erkrankte, überlebte aber und schrieb danach das «Pestlied». Ein schweres Unwetter veranlasste nicht Zwingli, sondern den jungen Rechtsstudenten Martin Luther zum Gelübde, Mönch zu werden, wenn er überlebe.

? 12. Der Buchstabe S ist richtig. Zwingli schrieb unter anderem sein Hauptwerk «De vera et falsa religione commentarius» auf ­Lateinisch, der damaligen Gelehrtensprache. Das Gleiche gilt für Denkschriften, die er an den Bischof von Konstanz – das Toggenburg, die Innerschweiz und Zürich gehörten damals zum Bistum Konstanz –, an den König von Frankreich oder an Kaiser Karl V. richtete. (mkn)

Alle Lösungsbuchstaben geordnet ergeben das Lösungswort «Grossmünster». Zahlreiche richtige Antworten gingen ein. Das Los entschied sich für Johanna Blumer, Wattwil. ­Herzliche Gratulation. Das ­ Buch von Peter Opitz, «Ulrich Zwingli, Prophet, Ketzer, Pionier des Protestantismus», wird Johanna Blumer per Post zugeschickt.