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Zwist um obligatorisches Skilager in Herisau

Einwohnerrat Christian Oertle setzt sich für ein obligatorisches Schneesportlager auf der Oberstufe ein. Er wirft dem Gemeinderat vor, mit falschen Zahlen zu operieren.
Karin Erni
Der Gemeinderat von Herisau findet Sommerlager pädagogisch sinnvoller als Schneesportlager. (Bild: KEY)

Der Gemeinderat von Herisau findet Sommerlager pädagogisch sinnvoller als Schneesportlager. (Bild: KEY)

Der Gemeinderat von Herisau sprach sich letzte Woche gegen die Einführung eines obligatorischen Schneesportlagers in der Oberstufe aus. Er beantwortete damit eine schriftliche Anfrage von Einwohnerrat Christian Oertle (SVP). Dieser findet die angeführten Argumente jedoch wenig stichhaltig: «Der Gemeinderat spricht von anfallenden Kosten in der Höhe von 75000 bis 100000 Franken für ein solches Lager», sagt Oertle. «Unsere Abklärungen bei der Sportförderungsorganisation GoSnow haben aber ergeben, dass Lager bereits für die Hälfte dieses Betrages gebucht werden können.»

Derzeit erfahre der Skisport viel Unterstützung von verschiedenen Seiten, entgegnet Gemeinderätin Annette Joos. «Unseres Wissens sind die Angebote von GoSnow eher als Anschubfinanzierung gedacht. Für ein regelmässig stattfindendes Lager muss die Gemeinde die tatsächlichen Kosten budgetieren und allfällige Unterstützungsbeiträge durch J+S oder Stiftungen anschliessend abziehen.»

Lehrer klar für ein Schneesportlager

Weiter bezweifelt der Gemeinderat in seiner Antwort den pädagogischen Wert eines Schneesportlagers. Auch hier ist Christian Oertle anderer Ansicht: «Wir haben in einigen Ausserrhoder Gemeinden, die Lager durchführen, nachgefragt und verschiedene Argumente gehört, die für ein solches Lager sprechen. Es sei sozial wichtig, fördere den Zusammenhalt zwischen Schülern und Lehrpersonen und bringe sportliche Betätigung in die eher bewegungsarme Jahreszeit. Ausserdem sei es in der ersten Oberstufe wichtig, dass sich die Schüler kennen lernen würden. Einem Lager mit diesem Zweck wäre man durchaus nicht abgeneigt, sagt Annette Joos. Aber auch hier würden sich im Sommer oder Herbst viel mehr Möglichkeiten bieten. Es gebe bereits jetzt zu Beginn der Oberstufe mehrere Kennenlerntage, ausserdem finde eine Schulreise im Herbst statt.

Der Gemeinderat setze sich in seiner Antwort ausserdem über die Meinung der Lehrerschaft hinweg, findet Oertle. «Diese befürwortet klar ein Schneesportlager.» Diese positive Haltung der Lehrer habe sie erstaunt und grundsätzlich gefreut, sagt Joos. «Derzeit verfügt Herisau offenbar über einen jungen und sportlichen Lehrkörper. Das wirkt sich positiv auf die Bereitschaft aus, ein Schneesportlager durchzuführen.» Es habe aber auch schon eine Zeit gegeben, als in anderen Kantonen Lehrpersonen nach Wintersportunfällen zur Verantwortung gezogen worden seien. In der Folge habe sich kaum noch jemand getraut, ein Skilager durchzuführen. Auch die Nachfrage seitens der Schüler sei in den letzten Jahren stets sinkend gewesen. Bei den Sporttagen seien immer weniger Skifahrer zu verzeichnen.

Das Nein zum obligatorischen Skilager sei nicht in Stein gemeisselt, so die Gemeinderätin. «Wenn sich die Stimmung in der Bevölkerung in Richtung pro Skilager verändern sollte und sich seitens der Eltern entsprechende Initiativen bilden würden, wäre der Gemeinderat bereit, sich des Themas noch einmal anzunehmen.»

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