Zwischen Kräutern und Kosmetik

Drogisten/Drogistinnen werden in ihrer Lehrzeit sowohl praktisch als auch theoretisch gefordert. Die Lehre gilt als anspruchsvoll und zeitintensiv. Ramona Krucker ist trotz vielen Lernens zufrieden mit der Wahl ihrer Ausbildung.

Stephanie Sonderegger
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Ramona Krucker war bereits als Kind gerne in der Natur. Deshalb schätzt sie besonders das Arbeiten mit Naturheilmitteln. (Bild: sso)

Ramona Krucker war bereits als Kind gerne in der Natur. Deshalb schätzt sie besonders das Arbeiten mit Naturheilmitteln. (Bild: sso)

SPEICHER. Die Ausbildung zum Drogisten und zur Drogistin gilt als eine der anspruchsvolleren. Das weiss auch Ramona Krucker, die in diesem Sommer ins dritte Lehrjahr startete. Ihre vierjährige Lehre absolviert die St. Gallerin in der Drogerie Sonderegger in Speicher. Die angehende Drogistin hatte sich bereits vor dem Abschluss ihrer obligatorischen Schulzeit im Jahr 2011 auf die Suche nach einer Lehrstelle im pharmazeutischen und kosmetischen Bereich gemacht. «Erst hat mich der Beruf der Pharmaassistentin interessiert», so die 18-Jährige, «nach dem Schnuppertag wusste ich aber, dass mir die Arbeit in einer Drogerie besser zusagt.»

Interesse zu Beruf gemacht

Als Pfadfinderin war Ramona Krucker bereits in der Kindheit oft in der Natur unterwegs. Im Garten ihrer Eltern verbrachte sie ebenfalls viel Zeit, interessierte sich früh für verschiedene Pflanzen: «Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich dieses Interesse zum Beruf machen möchte», erzählt sie. Doch einen passenden Ausbildungsplatz zu finden, gestaltete sich für die frische Schulabgängerin nicht einfach. «Ich musste ein Zwischenjahr machen, weil ich trotz zahlreicher Bewerbungen keine Lehrstelle gefunden habe», so die angehende Drogistin. Sie absolvierte das 10. Schuljahr, bewarb sich dann erneut in der ganzen Region und bekam schliesslich eine Lehrstelle bei der Drogerie Sonderegger angeboten.

Schwerpunkt Naturheilmittel

Heute ist Ramona Krucker fester Bestandteil des Drogerie-Teams. Neben Inhaber Meinrad Sonderegger, zwei Festangestellten, einer Teilzeitangestellten und zwei Aushilfen ist sie die einzige Lehrtochter. «Die Arbeit im Team, der Kundenkontakt und die Arbeitsbedingungen sind ideal für mich», sagt sie.

In einer unabhängigen Drogerie zu arbeiten, das schätzt die 18-Jährige: «Wir haben viele Stammkunden. Das ist bei den grossen Drogerieketten weniger der Fall.» Ramona Krucker interessiert sich besonders für die Naturheilmittel, auf die in der Drogerie Sonderegger in Speicher besonders viel Wert gelegt wird. «Hier kann ich in der Herstellung mitwirken. Das ist bei vielen Betrieben meiner Schulkolleginnen und Schulkollegen nicht möglich», so die Lernende.

Zeitintensiv und anspruchsvoll

Der Arbeitstag von Ramona Krucker fängt in der Regel mit Putzarbeiten an. «Je nach Wochentag nehme ich anschliessend Lieferungen in Empfang oder gebe Bestellungen auf», erzählt sie. Die Arbeitstage gestalten sich unterschiedlich, die Beratung von Kunden und das Annehmen von Telefonaten sei aber fester Bestandteil ihres Alltages. Die Schule besucht sie einmal pro Woche in St. Gallen. Dort wird sie in Fächern wie Allgemeinbildung, Pflanzenkunde, Anatomie, Betriebsorganisation, Mathematik, Labor, Ernährung und Chemie ausgebildet. «Verglichen zu den Lehrberufen meiner Freunde ist meine Ausbildung wesentlich zeitintensiver», so die St. Gallerin. Gute schulische Leistungen seien Grundvoraussetzung, der Stoff anspruchsvoll: «Ich muss viel lernen», sagt Ramona Krucker. In ihrer Klasse hätten bereits drei Schüler die Lehre abgebrochen.

Trotz anspruchsvoller Ausbildung bereitet ihr die Arbeit in der Drogerie Sonderegger Freude. In einer Drogeriekette zu arbeiten, kann sie sich weniger vorstellen. Eines Tages eine eigene aufzumachen hingegen schon.

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