Zwischen Klassik und Moderne

Mit dem Orgelkonzert vom Sonntag fand das letzte im laufenden Zyklus statt. Für Hansjürg Gutgsell wurde es ein Abschied, er zieht sich von der Organisation der «Neu St. Johanner Konzerte» zurück.

Stefan Feuerstein
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Konzentriertes Orgelspiel: Christoph Mauerhofer antwortet mit den Klängen der grossen Orgel auf das Spiel von Hansjürg Gutgsell. (Bild: Stefan Feuerstein)

Konzentriertes Orgelspiel: Christoph Mauerhofer antwortet mit den Klängen der grossen Orgel auf das Spiel von Hansjürg Gutgsell. (Bild: Stefan Feuerstein)

NEU ST. JOHANN. Erhaben und mächtig erklangen die beiden Orgeln in der Klosterkirche Neu St. Johann zu Anfang des Konzerts am späten Sonntagnachmittag – ruhig und fast schon besinnlich ertönte die Musik nach dem Auftakt weiter, nur um im Anschluss gleich wieder von starken und aufwühlenden Melodien abgelöst zu werden. «Bei der Gestaltung des Programms achteten wir darauf, dass den Zuhörern viel Abwechslung geboten wird», erklärte der 23jährige Christoph Mauerhofer, der die Orgel abwechselnd oder auch parallel zu Hansjürg Gutgsell spielte. «Dabei sollen sich moderne mit klassischen Stücken abwechseln – wir spielen an diesem Anlass jene von Johann Sebastian Bach genauso wie beispielsweise eine Komposition aus dem 20. Jahrhundert von Olivier Messiaen.»

Klassik trifft Moderne

Die gewählten Stücke stellten die Organisten jedoch auch vor einige Herausforderungen. «Die Umsetzung einer Komposition von Max Reger war anfangs nicht ganz einfach», gestand der junge Organist. «Die Orgel der Klosterkirche ist schon recht alt – dadurch kann das Spielen moderner Stücke recht schwierig werden.» Auch Hausorganist Hansjürg Gutgsell musste sich im Vorfeld des Konzertes ausgiebig vorbereiten – das Postludium St. Michael des St. Galler Komponisten Paul Huber spielte er vor über 30 Jahren zum letzten Mal vor Publikum. «Alle Stücke haben gewisse Knackpunkte, das Postludium St. Michael war aber für mich bestimmt die grösste Herausforderung des heutigen Konzertes», sagte Hansjürg Gutgsell, der die Zyklen der «Neu St. Johanner Konzerte» in den vergangenen 24 Jahren organisierte – nach einer letzten erfolgreichen Umsetzung wolle er sich von diesem Amt zurückziehen. «Ich werde mich aber weiterhin als Hausorganist in der Klosterkirche engagieren.»

Start im November

Nach dem letzten der «Neu St. Johanner Konzerte» startet der Zyklus im November erneut. Dann wird der gebürtige Nesslauer Musiker Markus Meier die Organisation erstmals leiten und in diesem Amt weitere Konzertreihen in der Klosterkirche zusammenstellen.

Wer Christoph Mauerhofers Orgelspiel erneut hören möchte, erhält demnächst die Chance dazu. Am 19. Mai ist er am Pfingstgottesdienst in der katholischen Kirche Bazenheid beteiligt. «Auch dieser Anlass wird sehr musikalisch», so der 23-Jährige. «Gregorianische Klänge versprechen einen speziellen und sehr schönen Gottesdienst.»