Zwingli-Zentrum in Wildhaus verkauft

Vor 100 Jahren

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Vor 100 Jahren

24. November: Wattwil. Erklärung. Nachdem Herr Steinmann die Entschädigungsfrage für die Bauleitung der Thurkorrektion in der Presse erörtert haben will, steht die Rechnungskommission an, klipp und klar zu erklären, dass sie den Posten von Fr. 2000.00, wovon zirka 4/5 als Nebenbeschäftigung zu betrachten sind, hoch findet. Man vergleiche dagegen das Gehalt des Gemeindekassiers (Fr. 500), welches Amt mindestens soviel Arbeit und Spezialkenntnisse erfordert, wie dasjenige des Bauleiters der Thurkorrektion.

Den Vorwurf der Personenverunglimpfung und der provozierenden Berichterstattung weisen wir energisch zurück. Wir halten unter allen Umständen an unserer Berichterstattung fest und stehen einer allfälligen Weiterziehung der Sache mit Ruhe entgegen.

25. November: Lichtensteig-Wattwil. Wildpark Köbelisberg. Der von uns vor einigen Wochen ergangenen Aufruf an die verehrliche Lehrerschaft von Lichtensteig und Umgebung, sie möchte ihre Schüler ermuntern, für den Wildpark Rosskastanien und Eicheln zu sammeln, hat gute Aufnahme gefunden. Auch dieses Jahr brachten die Schulkinder wieder ein recht beträchtliches Quantum der genannten Früchte zusammen, das zur Ueberwinterung äusserst wertvoll ist. Für all die Bemühungen und für das freundliche Entgegenkommen wird bei der titl. Lehrerschaft, sowie allen Sammlern und Besitzern der Bäume unser wärmster Dank ausgesprochen. Die Wildparkkommission.

Vor 50 Jahren

24. November: Wattwil. Eine Sappeurkompagnie der mechanisierten Heereseinheit hatte zwischen Dämmerung und Morgengrauen eine Brücke neben der Rietwisbrücke in Wattwil über die Thur zu bauen. Morgens um halb drei Uhr wurde, wie wir von verschiedenen Augenzeugen erfuhren, Alarm gegeben. Knapp vor der Fertigstellung der Brücke stürzte diese auf dem jenseitigen Ufer ein, den Kranwagen mit sich reissend. Junge Sappeursoldaten wurden niedergerissen. Ein ziviler Augenzeuge verfolgte die Rettungsaktion, die er, ebenfalls ein alter Soldat, als bewundernswürdig präzis und schnell bezeichnete. Im Nu war die Rettungsaktion organisiert, drei Soldaten waren auf dem linken Thurufer in die Stahlträger eingeklemmt. Sie wurden schnell aus ihrer bitterer Lage befreit und in das Krankenhaus eingeliefert. Die Recherchen des «Toggenburgers» haben nun ergeben, dass ein Leutnant und zwei Sappeure verletzt worden sind. Der Leutnant erlitt Gesichtsverletzungen. Er konnte nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Ein Sappeur erlitt Beinwunden, die so behandelt werden können, dass der Sappeur vermutlich wieder zur Truppe und den Dienst beendigen kann. Ein Sappeur erlitt einen Bein- und einen Armbruch, welche nach der für Fakturen üblichen operativen Methode behandelt wurden. Der Zustand der Patienten ist gut.

26. November: Oberhelfenschwil. Oberhelfenschwil, der ideale Höhenluftkurort, hatte in letzter Zeit eine beachtliche Zunahme der Bautätigkeit zu verzeichnen. Ferien- und Wohnhäuser wuchsen an den sonnigen Hängen Höghs und Oberwils. Es besteht kein Zweifel, dass diese Tendenz im Bausektor anhalten wird. So erfreulich diese Tatsache ist, stellt sie die Gemeindebehörde vor neue und grosse Aufgaben. Der Gemeinde erwachsen neue Lasten und Kosten. Der Gemeinderat von Oberhelfenschwil, zum Rechten sehend, ist nun gewillt, die bauliche Weiterentwicklung in ordentliche Bahnen zu lenken. Er liess daher von Ing. Thommen, Wattwil, einen Zonenplan erstellen, der einer planlosen Bauerei, wie sie leider in vielen schweizerischen Kurorten noch geduldet wird, einen Riegel schieben soll.

Vor 20 Jahren

22. November: Toggenburg. Die Entwicklung in der Landwirtschaftspolitik macht den Bauern zu schaffen. Die Landwirte nehmen den Niedergang ihrer Branche nicht tatenlos hin. Mit Kampfmassnahmen wehren sie sich gegen Preiszerfall und Bauernsterben. Die samstägliche Blockade der Grossverteiler war nur ein Anfang. Nichts ging mehr am Samstagmorgen in aller Herrgottsfrühe bei vielen Verteilzentren von Coop und Migros. Tausende von Bauern in der ganzen Schweiz waren noch eher als üblich aufgestanden und blockierten die Warenauslieferung der Grossverteiler mit ihren Traktoren. Was treibt den sonst eher ruhigen und besonnenen Bauernschlag zu solchen Aktionen? «Die Situation der Bauern ist – sanft ausgedrückt – miserabel», stellt sich der Jungbauer und SVP-Nationalrat Toni Brunner aus Ebnat-Kappel hinter die Aktion. «In den letzten Jahren mussten wir ständig neue und kostenintensive Massnahmen gerade in bezug auf das Tierschutzgesetz durchführen, in der gleichen Zeit gingen die Abnahmepreise, aber auch der Fleischkonsum in beängstigendem Masse zurück.» Am Montag war in der «Tagesschau» zu erfahren, dass die Demonstranten mit Schadenersatzforderungen rechnen müssen. Bei Migros Ostschweiz wird sich nach Aussage von Ursula Jenni darüber entschieden, ob auf Schadenersatz geklagt werden soll. Keine Schadenersatzforderungen wird Coop Ostschweiz stellen, weil der Ausfall gering sei, erklärt Karl Germann. Gerüchteweise hätten sie von der Demo erfahren und Produktion und Auslieferung zeitmässig vorverlegt.

Vor 10 Jahren

24. November: Wildhaus. Das Zwingli-Zentrum ist verkauft. Die Gläubigerbank, die Alternative Bank Olten, hat es für 1,8 Millionen Franken ersteigert. Völlig ungewiss ist aber die Zukunft des Hotelbetriebs. Das Personal bleibt ratlos, die Alternative Bank als neue Besitzerin weiss noch nicht, wie es mit dem Hotel weitergehen soll, Stefan Frischknecht, Präsident der konkursiten bisherigen Besitzerin Stiftung Naturfreunde Zentrum Zwingli, spricht davon, bis Ende Jahr der Alternativen Bank eine Kaufofferte zu unterbreiten und ein älterer, eleganter Holländer geht am Ende enttäuscht aus dem Hirschensaal: Er wollte für eine christliche Hotelkette das Zwingli-Zentrum kaufen und sanieren, die Alternative Bank ging aber auf sein Kaufangebot («maximal eine Million Franken») nicht ein. Neben den Ratlosen und Enttäuschten gab es einen, der unbeirrt Zuversicht ausstrahlte: Stefan Frischknecht ist froh, dass die Alternative Bank nun Besitzerin ist. Sie werde die soziale Verantwortung wahrnehmen, ist er überzeugt gibt einige Fehleinschätzungen zu: «Ich habe die Schwierigkeiten unterschätzt, einen solchen Betrieb im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld des Obertoggenburgs zu führen.» Auch sei wohl der Laienstiftungsrat nicht die geeignete Form für die Leitung eines Hotels und lobt das «sehr gute Personal, das bis jetzt durchgehalten hat.» Er sei nun daran, Eigenmittel aufzutreiben. Bis Ende Jahr sei er so weit, um der Alternativen Bank ein Kaufangebot zu machen.