«Zwingli war auch Musiker»

Nachgefragt

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Mit seinem Alphorn hat er schon den Eiger erklommen, mit seiner Gitarre tourt er durch die Schweiz und nun hat er bereits sein zweites Buch mit dem Titel «Im Schatten der sieben Fürsten» ­veröffentlicht. Daniel «Dänu» Wisler, ehemaliger Leiter der Arts Ministry School Walzenhausen, stellt sich und sein Buch vor.

Um was geht es in Ihrem Buch?

Es geht um die Jugendjahre des Reformators Zwingli. Der Titel bezieht sich auf die Churfirsten. Zwingli wuchs in Wildhaus auf, also im Schatten der Churfirsten. Die Geschichte beruht auf historischen Ereignissen, die Handlungen sind aber sehr romanhaft beschrieben. Unter anderem wird Zwinglis Jugend in Wildhaus, seine Teilnahme an der Schlacht bei Marignano und seine Zeit in Zürich, wo er an Pest erkrankte, thematisiert.

Der Schriftsteller ist oft ein Zeitkritiker – sind Sie einer?

Ich versuche auch in meinen Liedern kritische Punkte anzusprechen. Manchmal eher diplomatisch, manchmal direkt. Als politischer Schriftsteller sehe ich mich aber nicht. Oft verbinde ich Kritik mit Humor.

Was fasziniert Sie an Huldrych Zwingli?

Was viele nicht wissen: Zwingli war ein leidenschaftlicher Musiker. Zudem hatte er grossen Einfluss aufs Land. Der Historiker Thomas Maissen sagte gar: «Zwingli ist der wichtigste Schweizer Beitrag zur Weltgeschichte.» In Zürich gründete er beispielsweise die erste Sozialkasse.

Wie verbinden Sie den Musiker und den Autor?

Beide verdienen nichts. Spass beiseite: Der Autor hat sich aus dem Musiker entwickelt. Für meine Songtexte schreibe ich ja auch Geschichten. An Konzerten erzählte ich vielmals Anekdoten, daraus entwickelte sich ein erstes Buch aus gesammelten Kurzgeschichten.

Woher nehmen Sie ihre Inspiration?

Bei der Musik kann es ein einziges Wort sein, das mich anspricht und aus dem ich dann ein Lied komponiere. Fürs Schreiben recherchiere ich intensiv und mache aus dem historischen Kontext eine Geschichte.

Sie sind oft unterwegs: Was wird Ihr nächstes Abenteuer?

Im Juni bringe ich eine neue CD heraus. Danach besteige ich im Alleingang einen 4000er. (ele)