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Zwing mich, ich bin dein Glück

Brosmete
Felix Merz

Nach einer intensiven Arbeitswoche. Das Verlangen nach Ruhe ist schier grenzenlos. Termin um Termin reiht sich im Dezember. Es ist Samstag, draussen rieselt der Schnee und drinnen die Glotze. «Genuss total», denke ich noch. Falsch gedacht. «Schatz, hüt Obed gönd mer i d’Stuehlfabrik, hesch dra denkt?». Nein habe ich nicht. Das heisst, eigentlich schon, aber ich hab’s verdrängt. Versprochen ist versprochen, also sitze ich widerwillig und ohne zu wissen was heute spielt auf meinem Stuhl. Ein Ton erklingt, dann noch einer, gefolgt von einem melancholischen Gesang, der den Saal augenblicklich erobert. Es folgt ein schlicht magischer Abend. Auf der Bühne präsentiert Karin Enzler eine für mich neue Stilrichtung: Appenzeller Chansons. Lieblich, dann wieder rau, und faszinierend authentisch. Am Akkordeon spielt Daniel Bösch, ein Bekannter von uns und der Grund, warum wir da sind. Jeder Ton ein Genuss, jede Geste wärmt von innen und die Glotze ist weit weg.

Nach der Vorstellung folgt das Sahnehäubchen. Die letzten Zuschauer – unter ihnen einige Jodlerinnen und Jodler – beginnen gemeinsam mit den Künstlern zu singen. Einfach so und bei herrlich schummerigem Licht. Gänsehaut macht die Runde an einem Abend, von dem alle Beteiligten noch lange sprechen werden. Die Botschaft ist angekommen, man darf sich überwinden und das Glück ab und an erzwingen. Ich hab’s inzwischen wieder getan und schon wieder nicht bereut. So rieselt auch der Schnee und die Glotze viel schöner.

Felix Merz

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