Zweites Zuhause für Kinder gesucht

Der Verein Tagesfamilien Toggenburg sucht zusätzliche Tagesmütter. Dies weil die Nachfrage nach ausserfamiliären Betreuungsplätzen angestiegen ist. An der vergangenen Hauptversammlung vom 12. März wurden zudem Peter Minikus als Präsident und Edith Speck neu in den Vorstand gewählt.

Jesko Calderara
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TOGGENBURG. Eltern, die für ihre Sprösslinge einen familienergänzenden Betreuungsplatz suchen, nehmen vermehrt die Dienstleistungen des Vereins Tagesfamilien Toggenburg in Anspruch. Dies zeigen die Zahlen für das vergangene Jahr, die an der Hauptversammlung im März präsentiert wurden. So betreute der Verein 2012 im Durchschnitt 150 Kinder während rund 41 578 Stunden. Ein Wert, der zwei Jahre zuvor noch bei 24 414 Stunden lag. «Das Interesse steigt kontinuierlich an», sagt Peter Minikus, Ratschreiber von Bütschwil-Ganterschwil und neu gewählter Präsident des Trägervereins. Das Angebot richtet sich an Familien, die ihre Kinder tageweise extern betreuen lassen möchten. Um der steigenden Nachfrage nachzukommen, sucht der Verein nun weitere Tagesfamilien in allen Gemeinden des Toggenburgs, insbesondere aber im Raum Bazenheid und in Nesslau. Tagesmütter übernehmen dabei gegen Entschädigung stundenweise, halb- oder ganztags die Betreuung eines oder mehreren Kinder im Alter bis zu 12 Jahren. «Je nach deren Alter sind mehr als fünf auf einmal aber nicht möglich», hält der Präsident fest.

Kurs für Tageseltern

Potenzielle Tagesmütter müssen einige Voraussetzungen erfüllen. In einem ersten Schritt, sagt Peter Minikus, werde deren Eignung mittels Fragebogen und Abklärungen überprüft. «Wir suchen Frauen, die über die notwendige Zeit verfügen, Freude im Umgang mit Kindern haben und sich für Erziehungsfragen interessieren.» Genau so wichtig sei aber auch die Kommunikation mit den Eltern, die ihnen ihre Kinder anvertrauen, betont er. Eine weitere Voraussetzung ist der Besuch des vom Schweizerischen Verband organisierten, ganztägigen Kurses zur Ausbildung als Tageseltern. «Dieser ist Pflicht, daneben bieten wir zahlreiche Weiterbildungen an», sagt der designierte Vereinspräsident. Zu den Aufgaben des Vereins Tagesfamilien Toggenburg gehört, den Kontakt zwischen den Eltern und den Tageseltern herzustellen. «Wir bieten den involvierten Parteien bei allfälligen Schwierigkeiten Rückhalt, übernehmen zudem administrative Aufgaben und schliessen auch alle geforderten Versicherungen ab», sagt Peter Minikus. Alle Punkte werden vorab in einem Arbeitsvertrag geregelt. Eine Garantie, an welchen Tagen sie arbeiten kann, gibt der Verein einer Tagesmutter jedoch nicht ab. Laut Peter Minikus ist es jeweils ziemlich schwierig, dass genügend Tageseltern zur Verfügung stehen, denn der Bedarf hängt jeweils von der Anzahl der zu betreuenden Kinder ab.

Im ganzen Toggenburg tätig

Der Verein Tagesfamilien Toggenburg, der letztes Jahr mit elf Gemeinden neue Leistungsvereinbarungen abgeschlossen hat, versteht seine Dienstleistungen als Ergänzung zu Kindertagesstätten. «Es braucht beide, sie ergänzen sich gegenseitig», sagt Peter Minikus. Gleichzeitig hebt er jedoch zwei wichtige Pluspunkte der von ihm präsidierten Organisation hervor: «Unsere Tagesmütter betreuen die Mädchen und Buben auch während der Ferien und an Sonntagen.» Zudem seien sie geographisch breiter aufgestellt, weil sie ihr Angebot in sämtlichen Toggenburger Gemeinden anbieten, sagt der neue Vereinspräsident. Auf diese Weise können Eltern, die einen Betreuungsplatz suchen, meistens den Kontakt zu einer oder allenfalls mehreren Tagesmüttern in der Wohngemeinde vermittelt werden. «Zwar nicht immer, aber oft bieten wir eine Auswahl in nächster Umgebung», betont er. Eher selten komme es vor, dass bewusst eine Lösung in Distanz zur eigenen Familie gewünscht werde.

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