Zweiter Anlauf für Kirchensanierung in Herisau

Nun soll es klappen mit der Erneuerung der reformierten Kirche. Der Gemeinderat hat einige Anregungen des Einwohnerrates aufgenommen. Das Nebengebäude soll nach Ansicht der Exekutive definitiv realisiert werden.

Martin Schneider
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Die reformierte Kirche soll saniert werden. Deren Eigentümerin ist die Gemeinde Herisau. (Bild: MAS)

Die reformierte Kirche soll saniert werden. Deren Eigentümerin ist die Gemeinde Herisau. (Bild: MAS)

Der Gemeinderat startet einen zweiten Anlauf, die Sanierung der reformierten Kirche unter Dach und Fach zu bringen. Dazu ist ein gebundener Kredit von rund 5,1 Millionen Franken vorgesehen. Dem Einwohnerrat wird an der Sitzung vom 26. September zudem ein ergänzender Kredit von rund 1,7 Millionen Franken für den Ersatz und die Erweiterung von Nebenanlagen unterbreitet.

Max Eugster ist Gemeinderat von Herisau.

Max Eugster ist Gemeinderat von Herisau.

Rückblick: Die Sanierung der Kirche war im Einwohnerrat bereits an einer Sitzung im September 2017 Thema. Damals wies der Rat das Geschäft in erster Lesung mit mehreren Aufträgen zurück. Einer dieser Aufträge betraf die Aufteilung des Geschäftes «Dorfkirche» in zwei Teile – einen mit gebundenen und einen mit ungebundenen Kosten. Als gebundene Kosten liegen nun die Innenrenovation der Kirche sowie die Umgebungsgestaltung für 5,1 Millionen Franken vor. Für diese Ausgaben will der Gemeinderat die Kompetenzen wieder zu sich holen. Dafür braucht es grünes Licht vom Einwohnerrat. Das Parlament hätte dann noch über die ungebundenen Kosten von 1,7 Millionen Franken (unter anderem Nebengebäude, behindertengerechte WC-Anlagen, Lagerräume) zu entscheiden.

Nebengebäude als Teil der Zentrumsentwicklung

Weiter war der Gemeinderat dazu aufgefordert worden, zu prüfen, ob die Kirchgemeinde die Kosten für das geplante Nebengebäude nicht selber übernehmen könnte. Vertraglich vorgesehen ist, dass die Kirchgemeinde einen Drittel und die Gemeinde Herisau zwei Drittel übernimmt. «Aus unserer Sicht macht es keinen Sinn, dass die Kirchgemeinde allein für die Kosten des Nebengebäudes aufkommt. Wir haben gesehen, dass die Kirche überwiegend für weltliche Anlässe genutzt wird», sagt Gemeinderat Max Eugster, zuständig für das Ressort Hochbau und Ortsplanung. Für das Nebengebäude sei von einem ähnlichen Nutzungsverhalten auszugehen.

«Wir haben aber zusammen mit dem Verein Dorfkirche die Möglichkeit einer Mitfinanzierung durch Dritte geprüft und positive Signale erhalten.»

Nicht in Frage kommt für die Gemeinde derweil ein gänzlicher Verzicht auf ein Nebengebäude. Nur so könne die historische Bausubstanz in der Kirche künftig besser geschützt werden. Die Kirche liegt an einer viel befahrenen Strasse. Durch häufig geöffnete Türen während Anlässen gelangten Schadstoffe und Feuchtigkeit in die Kirche. Durch das Beheizen im Winter oder die Wärme im Sommer stiegen Schadstoffe und Feuchtigkeit ins Kirchengewölbe und beschädigten die Stuckaturen. Künftig würden kleine Veranstaltungen eher im Nebengebäude stattfinden.

«Zudem kann das Nebengebäude einen wichtigen Beitrag zum Dorfleben im Sinne der Zentrumsentwicklung leisten.»

Im Rahmen der Sanierung ist auch der Bau eines unterirdischen Lagerraumes vorgesehen. Diesbezüglich befand der Einwohnerrat, dass die externe Lagerung des Materials und der Verzicht auf einen Lagerraum zu prüfen sei. «Wir haben vier Varianten geprüft und jede ist auf Dauer teurer als ein unterirdischer Lagerraum», sagt Max Eugster. Somit wird dem Einwohnerrat ein unterirdischer Lagerraum erneut zur Bewilligung vorgelegt.

Mobile WC-Anlagen bei Bedarf

Veränderungen wurden hingegen an den WC-Anlagen vorgenommen. Vorgesehen waren jeweils eine Damen- sowie eine Herrentoilette, neu sind es je zwei. Beibehalten wurde ein behindertengerechtes WC. «Mit diesen Toiletten können wir den Bedarf für die rund 250 kleineren und mittleren Anlässe pro Jahr gut abdecken», so Eugster. Für grosse Veranstaltungen könne auf nahe öffentliche WCs sowie auf mobile Anlagen zur Verstärkung zurückgegriffen werden.