Zweite Eigenproduktion des Kleintheaters

Christiana Sutter
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Immer wieder werden in den Proben Szenen wiederholt. Texte und Mimik müssen bald sitzen. (Bild: PD)

Immer wieder werden in den Proben Szenen wiederholt. Texte und Mimik müssen bald sitzen. (Bild: PD)

Unterwasser Die Tragikomödie von Friedrich Dürrenmatts «Der Besuch der alten Dame» ist die zweite Eigenproduktion des Kleintheaters Zeltainer in Unterwasser. Die Laienschauspieler sind in diesen Tagen fast täglich am Proben. Die Premiere ist am Samstag, 12. August um 20 Uhr.

Gespielt wird in drei Akten. Und weil es auf die Premiere zugeht, sollten Texte und Mimik langsam sitzen. Damit es so kommt, wie es das Drehbuch vorsieht, steigt Regisseur Daniel Koller selber auf die Bretter der Bühne und zeigt vor, wie er es gerne hätte. «Gut, aber doch nochmals von vorne», hört man ihn des Öfteren sagen.

Die 13 Schauspieler kommen aus dem Toggenburg sowie der ganzen Ostschweiz. Zehn Frauen und drei Männer konnten für die Tragikomödie gefunden werden. Da es meist Männerrollen sind, schlüpfen auch Frauen in die Hosen. Viele Szenen des Stücks werden daher grotesk dargestellt. «Gesprochen wird in Mundart», sagt der Regisseur. Dafür musste er beim Verlag eine Erlaubnis einholen. Wie bei den «Schweizermachern» wird auch dieses Stück musikalische Einlagen haben, dieses Mal mit Soli einer Darstellerin.

Ein unmoralisches Angebot an die Gesellschaft

Das Stück handelt von der Milliardärin Claire Zachanassian. Sie hat in der verarmten Kleinstadt Güllen ihre Kindheit und Jugend als Klara Wäscher verbracht. Nach 45 Jahren kehrt sie dahin zurück und hofft auf Recht für ein altes Unrecht. Sie war gerade mal 17 Jahre alt, als Klärli von Alfred Ill ein Kind erwartete. Dieser leugnete die Vaterschaft ab und gewann dank bestochener Zeugen einen Prozess. Arm, wehrlos und entehrt verliess Klara Wäscher ihre Heimat. Sie verlor auch ihr Kind und wurde zur Prostituierten. Durch eine Heirat mit einem reichen Herrn erlangte sie Reichtum. Bevor die inzwischen hoch angesehene «alte Dame» Güllen besuchte, kaufte sie alle Fabriken und Grundstücke auf, dies, weil sie das Städtchen in den Ruin treiben will. Die Milliardärin verspricht Güllen eine Milliarde, wenn jemand Alfred Ill tötet. Das Stück zeigt auf, wie ein unmoralisches Angebot die Gesellschaft für Korruption empfänglich macht.

Nebst der Bühne bespielen die Darsteller den ganzen Zeltainer. Nebst der extrovertierten Milliardärin gibt es noch weitere schillernde Figuren, welche das Theaterstück bereichern. Ein weiterer Darsteller ist ein geheimnisvoller Panther. Damit man versteht, was es mit diesem Panther auf sich hat, lohnt es sich, das Stück zu sehen. Die Besucher erwartet auf jeden Fall die eine oder andere unerwartete Wendung.

Christiana Sutter

redaktion@toggenburgmedien.ch

Premiere: Samstag, 12. August, 20 Uhr. Weitere Spieldaten: 17./18. und 19. August, 20 Uhr. 13. und 20. August, 18.30 Uhr. Reservation unter Telefon 071 999 99 09 oder 079 337 66 61. Eintritt: 25 Franken, Studenten 20 Franken (ohne AHV/IV). Die Türöffnung ist 45 Minuten vor Spielbeginn. Weitere Informationen: www.zeltainer.ch