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Zweimal Speckmocke

Die rassige Serviertochter kommt aus dem Wallis. Zumindest ihr Dialekt verrät sie. So geschehen vor kurzem in einem Bergrestaurant im Alpstein. Die Sonne brennt auf der Terrasse. Wir amüsieren uns mit ihr bei der Bestellung.
Philipp Langenegger
Bild: Philipp Langenegger

Bild: Philipp Langenegger

Die rassige Serviertochter kommt aus dem Wallis. Zumindest ihr Dialekt verrät sie. So geschehen vor kurzem in einem Bergrestaurant im Alpstein. Die Sonne brennt auf der Terrasse. Wir amüsieren uns mit ihr bei der Bestellung. Kaffee, Kuchen, Panaché und ich einen «Nossgipfel». Die Stimmung könnte nicht besser sein. Leider sind die «Nossgipfel» ausgegessen. Ich frage nach «Speckmöcke». Sie schaut mich bejahend an und wiederholt im Walliserditsch «Speckmöck». Es herrscht viel Betrieb. Die Wanderer wirken geduldig und zufrieden. Die Tassen Kaffee werden serviert und der Apfelkuchen. Mich lässt sie warten. Mein «Speckmocke» wird wohl erst noch gebacken, witzeln wir weiter. Der Apfelkuchen ist schon längst von meinem Kollegen aufgegessen, als die Serviertochter stolz mit einem grossen Teller auf mich zugelaufen kommt, ihn hinstellt: «Voilà. Späckmöck müt Röschti ünd Bloichrüüt». Im wahrsten Sinne des Wortes liegt auf meinem Teller ein wahrer Speckmocken. Nicht wie gewachsen. Geschnitten. Und zwar von der Sau und nicht vom Beck. Irritiert schaue ich sie an. Meine Begleitung lacht laut auf. Du wolltest doch einen «Speckmocken», fällt er mir in den Rücken und prustet laut raus. Ich versuche mich zu erklären. Zudem hatten wir davor üppig zu Mittag gegessen, mehr geht nicht. Ein älteres Pärchen springt in die Bresche und ruft über den Tisch: «Im Appizäll gits de Späggmocke als süesses Gebägg». Ich entschuldige mich und möchte den Teller trotzdem zahlen. Sie möchte es klären, ich glaube jemand in der Küche kommt in den Genuss.

Sieben Wochen später, ich sitze wieder in dem Bergrestaurant, und die Walliserin bedient uns. Nachdem ich die Geschichte meinem Kollegen erzählt habe, bestellt er bei ihr schmunzelnd einen «Speckmocken». Sie lächelt ihn an und fragt zurück: «Süess oder salzig?»

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