Zweimal Ja zur Infrastruktur

LICHTENSTEIG. Lichtensteigs neuer Stadtpräsident Mathias Müller brachte am Montag seine erste Bürgerversammlung souverän über die Runden. Beide Gutachten zur Sanierung des Wasserreservoirs Burg und zum Umbau der Primarschule wurden diskussionslos und einstimmig gutgeheissen.

Hansruedi Kugler
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Acht Jahre lang wurde in Lichtensteig umstrukturiert, umorganisiert, umgebaut: Die Verwaltung wurde umgekrempelt und die Einheitsgemeinde eingeführt, Post- und Polizeigebäude wurden total saniert, ein Kindergarten geschlossen, ein anderer ausgebaut, mit dem «Netzwerk Altstadt» die Stadtentwicklung beschleunigt, ein neues Mitteilungsblatt lanciert sowie einige gemeinschaftsstiftende Anlässe wie die Ehrung der Freiwilligen, den Seniorengeburtstag und die Quartiergespräche eingeführt. Mathias Müller, seit Anfang Jahr Stadtpräsident von Lichtensteig, machte denn auch gleich zu Beginn der Bürgerversammlung klar, was sein Hauptziel für das Jahr 2013 ist: Die Veränderungen zu festigen, zu verfeinern und wo nötig noch anzupassen. Vorderhand stehen einige Infrastruktur-Projekte im Vordergrund.

Einstimmig Ja zu Gutachten

Mit den beiden Gutachten, die am Montagabend vorgestellt worden sind, ist dieser Weg vorgezeichnet: Einerseits wird die Wasserversorgung optimiert und in diesem Zusammenhang das Reservoir Burg saniert, anderseits wird die zweite Etappe der Sanierung und des Umbaus des Primarschulhauses umgesetzt. 113 Stimmberechtigte kamen am Montag zur Bürgerversammlung, stellten bei den beiden Gutachten jedoch keine Fragen und stimmten denn auch der Sanierung des Wasserreservoirs und der Sanierung des Primarschulhauses einstimmig zu.

Finanzen über Erwarten

In der Jahresrechnung weist die Gemeinde Lichtensteig einen Gewinn von 813 017 Franken aus. Budgetiert war ein Gewinn von 211 800 Franken. Diese Abweichung ist zu erklären durch Mehreinnahmen: Ausserordentlich hohe Nachzahlungen von Steuern aus Vorjahren (530 142 Franken), dem Verkauf von Aktien der Erdgas Toggenburg Werdenberg AG (105 000 Franken) sowie einem erstmaligen Finanzausgleichs-Beitrag aus dem partiellen Steuerfussausgleich (87 600 Franken, insgesamt bezog Lichtensteig 2012 gut 1,1 Millionen Franken aus dem kantonalen Finanzausgleich). Dadurch konnten Mindererträge aus den laufenden Steuern (245 087 Franken) mehr als ausgeglichen werden.

Der Gewinn wird für eine ganze Reihe von zusätzlichen Abschreibungen verwendet: Neben kleineren Posten 246 656 Franken an das Schwimmbad sowie 245 205 Franken an den Neu- und Umbau des Primarschulhauses. Für 2013 rechtet der Gemeinderat nun mit einem Defizit von 88 200 Franken, was aber nicht dramatisch sei, meinte Mathias Müller. Denn dieses Defizit könne problemlos aus dem Eigenkapital gedeckt werden, welches derzeit 597 891 Franken beträgt. Nach der letztjährigen Senkung des Gemeinde-Steuerfusses von 143 auf 140 Prozent wird dieser im 2013 bei 140 belassen.

Unterdotierte Klassen

Schulratspräsidentin Trudy Meier erwähnte in ihrem kurzen Bericht über die Situation der Schule, dass fünf Klassen derzeit unterdotiert seien. Eine leichte Entspannung sei allerdings für die nächsten Jahre in Sicht. Die Schulwegsicherheit und das Verhalten der Schulkinder auf den Trottoirs gäben verschiedentlich Anlass für Beschwerden. Sie appelliere deshalb an die Eltern, ihre Verantwortung in dieser Sache ernst zu nehmen. Trudy Meier ermunterte die Eltern auch, bei der gerade erst lancierten Elternmitwirkung mitzumachen: «Melden Sie sich bei der Schulleitung, wenn Sie Vorschläge und Anregungen haben. Die Vernehmlassung dauert noch bis zum 28. März 2013.»

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