Zwei neue Liegenschaften für das Alters- und Pflegeheim in Rehetobel

Nach dem Kauf von zwei zusätzlichen Liegenschaften kann sich das Alters- und Pflegeheim Krone mit Zukunftsplänen befassen. Um eine befriedigende Nutzung zu finden, werden Fachleute eingeschaltet. Der Geschäftsleiter sieht Chancen für neue Wohnformen.

Salome Bartolomeoli
Drucken
Teilen

An der Generalversammlung des Alters- und Pflegeheims Krone fiel vergangene Woche der Entscheid, eine an das Heim angrenzende Liegenschaft zu kaufen. Dies ist bereits der zweite Zukauf einer neuen Liegenschaft in Folge.

Bereits im Jahr 2017 beschloss die Genossenschaft sich mit dem Haus der «Villa Erika», welches zuvor dem Kanton gehörte, eine Erweiterungsmöglichkeit zu schaffen. Nun konnte die «Krone» mit der direkt danebenstehenden Liegenschaft den Rahmen des Projektes ausweiten. Das Angebot der privaten Eigentümerin, das ehemalige Doktorhaus von Dr. Brzaković zu verkaufen, stand seit Juni im Raum. Nach einer etwa zweimonatigen Bedenkzeit fiel der Entscheid seitens des Alters- und Pflegeheims nun positiv aus. Im Dorfkern von Rehetobel stehen nun drei Häuser der Genossenschaft Krone auf engstem Raum.

Das Heim kann sich erweitern

«Durch den Besitz dieser zwei Liegenschaften hat man sich Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft geschaffen», zeigt sich Geschäftsleiter Andreas Zuberbühler zuversichtlich.

Die konkrete Richtung für ein mögliches Projekt wisse man allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Zunächst werden in einer ersten Phase die aktuellen Bedürfnisse abgeklärt. Für eine solche Bedarfsermittlung benötige es diverse Abklärungen. Um Anhaltspunkte zu sammeln und die aktuellen Tendenzen herauszuspüren, seien Gespräche mit Fachpersonen zielführend. Für diese Recherche hat das Alters- und Pflegeheim Krone die Fachhochschule St. Gallen beauftragt. «Im nächsten Sommer werden erste Ergebnisse vorliegen, anhand derer das weitere Vorgehen besprochen werden kann», so Zuberbühler.

Das Heim sei seit längerer Zeit voll besetzt. Trotzdem sagt der Geschäftsleiter:

«Wir streben nicht die Erweiterung der herkömmlichen Pflege an.»

Für die Zukunft des Alters- und Pflegeheims sieht er andere Projekte als nutzbringend. Optionen seien beispielsweise die Pflege von älteren Drogenkranken oder eine Demenzgruppe für jüngere Erkrankte. Eine Demenz kann zahlreiche Ursachen haben. Auch viele jüngere Personen sind von der Krankheit betroffen und auf individuelle Pflege angewiesen. Durch die separaten Liegenschaften weitet sich das Spektrum neuer Möglichkeiten aus:

«Projekte, die neue Wohnformen voraussetzen oder sich nur schwer in den regulären Heimalltag integrieren lassen, werden realisierbar.»

In aussenstehenden Gebäuden könne man besser mit individualisierter Pflege auf die spezifischen Bedürfnisse der Bewohner eingehen.

Mieter überbrücken die Projektphase

Andreas Zuberbühler rechnet damit, dass die Planung und anschliessende Realisierung einer zufriedenstellenden Lösung mindestens drei bis fünf Jahren beanspruchen wird.

«Bis dahin werden die zwei erworbenen Liegenschaften zwischengenutzt.»

Bereits habe man neue Mieter für die «Villa Erika» gewonnen. Die Familie ziehe per November in das Haus ein, sagt Zuberbühler. Auch für das ehemalige Doktorhaus würden Abklärungen bezüglich neuer Mieter laufen.

Ein externes Haus unterhält die «Krone» bereits an der Hauetenstrasse. Seit fünf Jahren steht der Neubau und wird für betreutes Wohnen genutzt. Diese Wohnform, die zusätzliche Dienstleistungen von der «Krone» wie beispielsweise Reinigung, Malzeiten und kleinere Pflegeleistungen mit einschliesst, zeigt Erfolg: «Bis anhin hatten wir in keiner der sieben Wohnungen einen Leerstand», so Andreas Zuberbühler. Bei wachsender Nachfrage sei auch eine Ausweitung dieses Modells auf die zwei neu erworbenen Liegenschaften denkbar.