Zwei neue Krippen ab Sommer 2016

Die gesellschaftliche Entwicklung führt dazu, dass die Nachfrage nach Plätzen in Kindertagesstätten steigt. Im Toggenburg gibt es derzeit nur eine Kita in Wattwil. Ab dem Sommer sollen nun zwei neue Kindertagesstätten das Angebot ergänzen: Eine in Ebnat-Kappel und eine in Bazenheid.

Martina Signer
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Die Kita Bärehuus in Wattwil. Ab dem kommenden Schuljahr soll eine Filiale in Ebnat-Kappel eröffnet werden. (Bild: Martina Signer)

Die Kita Bärehuus in Wattwil. Ab dem kommenden Schuljahr soll eine Filiale in Ebnat-Kappel eröffnet werden. (Bild: Martina Signer)

TOGGENBURG. Ebnat-Kappel beteiligt sich finanziell an der Kindertagesstätte Bärehuus in Wattwil. Deshalb können Eltern aus Ebnat-Kappel von diesem Angebot Gebrauch machen. Doch die Warteliste wird immer länger. Und dies nicht nur für Kinder aus Ebnat-Kappel, sondern auch für diejenigen aus Wattwil. Aus diesem Grund wurde immer öfter an Christian Spoerlé, Gemeindepräsident Ebnat-Kappel, herangetragen, ob man eine Kindertagesstätte in der Gemeinde realisieren könnte. Oft seien es Gewerbebetriebe, welche solche Anfragen stellten. Schon die Zusammenarbeit mit der Kita Bärehuus kam auf Anfrage eines Personalverantwortlichen aus der Industrie zustande.

Macht Arbeitsplatz attraktiver

Für Christian Spoerlé war schnell klar, dass an dieser Stelle Handlungsbedarf besteht. Eine Kindertagesstätte sei nicht nur für das Gewerbe ein wichtiger Faktor, um den Arbeitsplatz attraktiver auszugestalten, sondern steigere auch die Attraktivität von Ebnat-Kappel als Wohngemeinde. In Ebnat-Kappel gebe es derzeit drei bis vier Familien, deren Namen sich bei der Kita Bärehuus auf der Warteliste befänden. Mit einer Kita in Ebnat-Kappel wolle man jedoch nicht private Angebote oder Tagesmütter konkurrenzieren. Doch für neu zugezogene Familien seien Kitas vorrangig. «Private Lösungen innerhalb von Quartieren haben einen hohen Stellenwert. Das fördert den Zusammenhalt der Nachbarn. Neuzuzügern fehlt aber der Anschluss. Sie orientieren sich am öffentlichen Angebot.» Im Gespräch mit der Kita Bärehuus hat man nun laut Christian Spoerlé eine optimale Lösung gefunden. «Die Kita Bärehuus wird in Ebnat-Kappel ab dem neuen Schuljahr eine Filiale führen.» Dies im Auftrag der Gemeinde. «Es machte keinen Sinn, dass wir als Gemeinde selbst von null auf eine Kindertagesstätte ins Leben rufen.» Innerhalb der Kita Bärehuus sei das nötige Wissen vorhanden. Bei Susanne Voser, Vorstandspräsidentin Kita Bärehuus, sei die Idee auf offene Ohren gestossen. So könne man auf Bestehendem aufbauen, waren sich beide Parteien einig. Derzeit hilft der Gemeindepräsident bei der Suche nach passenden Räumlichkeiten. Was sich als gar nicht so einfach herausstellt. Die Anforderungen des Kantons sind hoch. «Eine Kita braucht mehrere Gruppenräume, ein Büro für die Kita-Leitung, einen Schlafraum, eine Kindergarderobe, ein Badezimmer mit Toilette und Dusche und eine Küche.» Zusammengefasst müssen die Räume rund 100 Quadratmeter umfassen. Mehr konnte Spoerlé zum Standort noch nicht sagen, ausser dass dieser natürlich möglichst zentral liegen soll. Zwei Standorte befinden sich derzeit in der engeren Auswahl. Diese wird der Gemeindepräsident demnächst mit den Führungspersonen der Kita Bärehuus besichtigen.

Andere Angebote unterstützen

Für Christian Spoerlé wäre das Szenario optimal, wenn sich die Kita zum Selbstläufer entwickeln würde. «Wir bieten immer gerne Hand für solche Projekte. Dank der Lösung mit der Kita Bärehuus dürfte der Betrieb aber bald ohne unser Zutun funktionieren.» So unterstütze man auch immer wieder andere ergänzende Angebote wie die Dorf- und Waldspielgruppe Schnäggehüsli. «Die Rückmeldungen von Lehrern, deren Schüler im Vorschulalter von solchen Angeboten Gebrauch gemacht haben, sind sehr erfreulich.» Und auch der integrative Aspekt dürfe nicht vergessen werden. Kinder mit Migrationshintergrund können sich laut dem Gemeindepräsidenten viel besser integrieren, wenn sie ein solches Angebot genutzt haben.

Christian Spoerlé Gemeindepräsident Ebnat-Kappel (Bild: Urs M. Hemm)

Christian Spoerlé Gemeindepräsident Ebnat-Kappel (Bild: Urs M. Hemm)

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