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Zwei Konditoreien verschwinden

In Herisau geht mit der Schliessung des Cafés Zäch und des Cafés Würzer eine lange Konditorentradition zu Ende. Beide Häuser werden wegen Erweiterungen abgebrochen. Das Zentrum verliert zwei Gaststätten.
René Bieri
Das Café Zäch an der Bahnhofstrasse 12… (Bilder: rb)

Das Café Zäch an der Bahnhofstrasse 12… (Bilder: rb)

herisau. Der Zeitpunkt der Schliessung beider Herisauer Café-Konditoreien ist bereits fixiert. Beide Betriebe müssen baulichen Erweiterungen der Besitzer weichen. Die Visiere für einen Ausbau sind beim Hotel Herisau seit längerem gestellt. Die Hotel Herisau AG (früher Wiesental AG) als Eigentümerin der Zäch-Liegenschaft hat zuhanden der Öffentlichkeit eine Information in Aussicht gestellt, sobald die Baubewilligung schriftlich vorliegt.

Verläuft alles nach Plan, wird bei «Zäch» Ende Jahr Schluss sein, wie von der Hotelleitung bestätigt wird. Im Falle der Café-Konditorei Würzer planen die Gutenberg-Eigentümer einen weiteren Baukomplex (siehe Beitrag auf dieser Seite). Gemäss Auskunft wird der Betrieb voraussichtlich Ende Februar geschlossen; das Haus wird abgebrochen.

Von Frehner zu Zäch

Mit der Aufgabe des Café-Konditorei-Betriebs Zäch geht eine fast 100jährige Tradition, ein Stück Herisauer Geschichte, zu Ende, die von zwei Namen geprägt worden ist. 1913 wurde an der Bahnhofstrasse 10 die kleine Konditorei «Frehner» eröffnet. Konditormeister Ulrich Frehner spezialisierte sich auf Pralinés und die Herstellung von Appenzeller Bibern, die später unter dem Namen «Uli-Biber» weit herum bekannt wurden. Kurze Zeit später eröffnete Frehner auch ein Café.

1926 wechselte der Betrieb ins Nachbarhaus an der Bahnhofstrasse 12, wo das Café Zäch noch heute ist.

1960 zeichnete sich ein Besitzerwechsel ab. Der junge Konditormeister Edwin Zäch übernahm den Betrieb zuerst in Pacht und erwarb schliesslich ein Jahr später das Traditionshaus. Mit der Übernahme wechselte der neue Besitzer den Namen des Cafés.

Zäch investierte in der Folge viel ins Haus und den Betrieb und führte auch die Biber-Tradition sowie die Fabrikation von Pralinés weiter. Das Haus erreichte regionale Ausstrahlung. Dieses Jahr konnte Edwin Zäch das 50-Jahr-Geschäftsjubiläum feiern.

In den Schlagzeilen

Mitte der Achtzigerjahre kam Zäch in die Schlagzeilen der Medien. Eine Gruppe um den Herisauer Konditormeister schmiedete Grossbaupläne. Sie erwarb die Nachbarliegenschaft, die Textilfirma Bächtold im Wiesental.

Hier sollte innert weniger Monate ein Hotel aus dem Boden gestampft werden. Das Projekt scheiterte indessen an den Finanzen. Schliesslich wurde die Bächtold & Co. AG in die Wiesental AG überführt. Diese befand sich zu 100 Prozent im Besitze der Gönnervereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und wurde grosszügig mit neuen Mitteln ausgestattet. Sie erwarb in der Folge verschiedene Grundstücke an der Bahnhof- und an der Wiesentalstrasse. Im Zentrum der Bemühungen stand der Bau eines Hotels.

1997 wurde das Hotel Herisau eröffnet, das nun mit dem Erneuerungs- und Erweiterungsprojekt auch die der Gesellschaft gehörenden Räumlichkeiten der Café-Konditorei Zäch in Anspruch nimmt.

Die lange «Würzer»-Geschichte

Schon um 1870 herum führte Emanuel Signer am Kirchplatz im Haus zum Hecht eine Konditorei und zügelte diese 1890 an den Obstmarkt.

Es war das Eckhaus der östlich an den Obstmarkt angrenzenden Häuserzeile, die 1980 abgebrochen wurde und dem 1984 eingeweihten ARKB-Neubau weichen musste.

Emanuel Signer verkaufte seinen Betrieb an Toni Strässle, der über Jahrzehnte seine Spezialitäten feilbot und sich weit herum einen guten Namen schaffte. 1964 trat Kurt Würzer als Mitarbeiter in das Geschäft ein, und fünf Jahre später, am 1. Mai 1969, erwarb der junge Berufsmann die Konditorei samt Café.

Kurt und Anni Würzer führten schliesslich die Tradition weiter, zunächst am Standort Obstmarkt und ab 1979 in der von ihnen gekauften, aufwendig umgebauten Liegenschaft «Buchdruckerei Stänz» an der Kasernenstrasse 6. Mitte Februar 1999 gaben sie das Geschäft auf und veräusserten das Haus. Der Name «Würzer» ist aber bis zum heutigen Tag geblieben. Seit 1999 führen Hansruedi und Bernadette Zurfluh das «Café Würzer» als Pächter.

…und das Café Würzer an der Kasernenstrasse 6 werden als vertraute Bilder bald verschwinden.

…und das Café Würzer an der Kasernenstrasse 6 werden als vertraute Bilder bald verschwinden.

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