Zwei junge Solisten und ein Orchester begeistern zum Jahresauftakt

Die Orchester Werkstatt Appenzell begrüsste das Jahr musikalisch.

Mea McGhee
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Solistin Madlaina Küng entlockte dem Kontrabass ungewohnte Klänge.

Solistin Madlaina Küng entlockte dem Kontrabass ungewohnte Klänge.

Bild: Mea McGhee

Die Solisten Andrin Dobler und Madlaina Küng prägten den ersten Teil des Neujahrskonzertes der Orchester Werkstatt Appenzell. Der 15-jährige Geiger aus Weissbad und die Berufs-Kontrabassistin aus Steinegg übernahmen jeweils den Solopart in den ersten beiden Stücken.

Siebte Austragung

Zum siebten Mal begrüsste das Ensemble unter der Leitung von Dirigent Roman Walker und Konzertmeisterin Simone Kälin ein Jahr musikalisch. Mehr als 350 Zuhörerinnen und Zuhörer kamen am Samstag in der Aula Gringel in Appenzell in den Genuss eines musikalischen Leckerbissen.

Anspruchsvolle Läufe

Der 15-jährige Andrin Dobler bestritt das erste Solo.

Der 15-jährige Andrin Dobler bestritt das erste Solo.

Mea McGhee

Zum Auftakt intonierte die Orchester Werkstatt Appenzell «Come on» von Katie von Jenö Hubay (1858-1937). Das «Virtuosen-Stück» stellte den Solo-Geiger aus den eigenen Reihen ins Zentrum. Dobler meisterte anspruchsvolle Läufe und Tempowechsel mit Bravour. Als Zugabe trug er mit seinem Vater und der Schwester, beide ebenfalls Musiker in der Orchester Werkstatt, einen Wienerwalzer vor. Es folgte das Konzert für Kontrabass und Orchester von Johann Babtist Vanhal (1739-1813). Bei dieser barocken «Trouvaille» der Konzert-Literatur gibt der Kontrabass die Begleitfunktion ab und tritt ins Rampenlicht. Das Werk wird nur selten aufgeführt, umso beeindruckender das Zwiegespräch, welches Madlaina Küng mit ihrem Instrument und dem Orchester führte. Das körperlich intensive Spiel der Solistin entlockte dem Kontrabass erstaunliche Klänge. Als Zugabe spielte Küng mit den Stimmführenden des Orchesters ein selbst komponiertes Rugguuseli.

Der Klassik Raum geben.

«Appenzell kann immer wieder mit begabten Musikern überraschen», sagte Landammann Roland Dähler in seiner kurzen Ansprache. Der Förderverein Orchester Werkstatt Appenzell schaffe Rahmenbedingungen, damit rund 100 Jugendliche mit Erwachsenen musizieren können. Der musikpädagogische Verein bezweckt, neben der Volksmusik der Klassik Raum zu geben. Er unterstützt die Ausbildung von jungen Instrumentalisten und die Durchführung von Kursen.

Nach der Pause spielte die Orchester Werkstatt die 5. Sinfonie in B-Dur, D 485 von Franz Schubert (1797-1828). Landammann Dähler wünschte dem Publikum, dass es etwas von der Kraft, Energie und Ausdauer, welche Musik inne habe, in den Alltag mitnehmen könne.