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Zwei junge Herisauerinnen spielen in der NLA Fussball

Mit Géraldine Ess und Serena Li Puma gehören zwei Talente aus Herisau dem
FC St. Gallen-Staad an.
Lukas Pfiffner
Die 16-jährige Serena Li Puma spielte einst mit den Knaben beim FC Herisau. Heute ist sie Stammkraft beim NLA-Team von St. Gallen-Staad. (Bild: Lukas Pfiffner)

Die 16-jährige Serena Li Puma spielte einst mit den Knaben beim FC Herisau. Heute ist sie Stammkraft beim NLA-Team von St. Gallen-Staad. (Bild: Lukas Pfiffner)

Gute Organisation ist fast alles. Mit der einen Spielerin von St. Gallen-Staad trifft sich der Journalist um 18.35 Uhr im Herisauer Sportzentrum, mit der anderen am nächsten Tag um 18.05 Uhr im
St. Galler Espenmoos. Wer wie die 17-jährige Géraldine Ess und die 16-jährige Serena Li Puma grosse sportliche und zivile Pensen bewältigt und mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs ist, kennt den Fahrplan von Postauto, Bus und Zug.

Lob des Trainers

«Beide sind talentiert, bringen einiges mit. Bei uns haben sie die Möglichkeit, schon in der Nationalliga A zu spielen. Andernorts wäre das vielleicht nicht der Fall», sagt Trainer Marco Zwyssig über die Herisauerinnen. Die Frauenteams von Staad und St. Gallen haben sich vor zwei Jahren zusammengeschlossen. Im vergangenen Frühling gelang der Aufstieg in die oberste Spielklasse. In der entscheidenden Partie (3:0 gegen Aarau) legte Ess beim ersten Tor für Li Puma auf.

Bälle verteilen, die Schnelligkeit nützen

Die 17-jährige Géraldine Ess hat einen Stammplatz bei St. Gallen-Staad und gehört dem U19-Nationalkader der Schweiz an. (Bild: Lukas Pfiffner)

Die 17-jährige Géraldine Ess hat einen Stammplatz bei St. Gallen-Staad und gehört dem U19-Nationalkader der Schweiz an. (Bild: Lukas Pfiffner)

Mittelfeldspielerin Ess, 174 cm gross, hat spielgestalterische Fähigkeiten. Sie sagt über sich: «Es läuft vieles über das Zentrum. Ich probiere Bälle in die Tiefe zu verteilen, das Spiel zu verlagern.» Und über Serena Li Puma: «Sie ist flink, sie denkt auf dem Feld oft gleich wie ich, wir spielen gerne zusammen.» Flügelspielerin Li Puma, fast 20 cm kleiner, sagt über sich: «Ich versuche, mit meiner Schnelligkeit etwas zu bewirken.» Und über Géraldine Ess: «Sie kann die entscheidenden Pässe spielen. Sie sieht Löcher, die andere nicht sehen.» «Meine erste Medaille stammt von 2010», erzählt Géraldine Ess. Zeitweise spielten sie und ihre Kollegin miteinander in Juniorenteams des FC Herisau. Mit Knaben im Team zu stehen, sei kein Problem gewesen. Ess ist mit zwei älteren Brüdern aufgewachsen und war gewohnt, mit Knaben umzugehen. Li Puma erzählt: «Ich habe schon früh mit Knaben in der Nachbarschaft Fussball gespielt.»

Wechsel erfolgte dosiert

Ihre Fähigkeiten brachten die beiden bald in regionale Auswahlen und ins Nachwuchsförderungsprogramm des FCSG. Der Wechsel zu St. Gallen erfolgte dosiert – mittels Doppellizenzierungen kamen sie zusätzlich bei ihrem Stammverein zum Einsatz. Im August 2018 wurde Ess in die erste Mannschaft von St. Gallen-Staad aufgenommen, Li Puma war ab der Rückrunde 2018/19 dabei. Beide sind Stammspielerinnen und haben dieses Saison je zwei Tore geschossen. Aktuell liegt das Team auf dem fünften Platz. Ess hat im Sommer das Gymnasium Appenzell abgeschlossen, nun arbeitet sie in einem Büro in Zürich. Nach diesem Zwischenjahr möchte sie ein Studium aufnehmen. Mit dem Verein stehen an drei Abenden Trainings im Espenmoos auf dem Programm, am Montag in Thal. «Entweder bin ich dann vom Bahnhof Staad zum Sportplatz zu Fuss unterwegs, oder ich werde von einer Kollegin mit dem Auto mitgenommen.»

Li Puma fällt dadurch auf, dass sie Bälle bemerkenswert vor das Tor bringt. «Bei Einheiten in der Sportlerschule habe ich viel Zeit investiert ins Schiessen und Flanken.» Sie hat im Sommer die Sekundarschule Teufen beendet, absolviert nun an der Kantonsschule Trogen (einer weiteren Partnerschule der Sportlerschule Appenzellerland) die Wirtschaftsmittelschule. Zusätzlich zu den Einheiten mit dem Verein trainiert sie vier- bis fünfmal pro Woche an der Sportlerschule. «Das sind am Morgen und über Mittag Trainings im Kraft-, Athletik- und Polysportbereich.» Auch Ess nützt neuerdings die Angebote der Sportlerschule.

Im Januar nächste Länderspiele

Beide Herisauerinnen blicken auf Erfahrungen mit Nachwuchsnationalteams zurück. Im Herbst 2018 hat Ess mit der U17 gegen Griechenland ihr erstes Tor für die Schweiz geschossen. Aktuell gehört sie dem U19-Kader an. «Der Grossteil der Spielerinnen hat Jahrgang 2002. Wir haben also gute Perspektiven.» Die Schweiz versucht im Frühling, sich in der Eliterunde für die EM zu qualifizieren. Li Puma spielt im U17-Team. An lange Busfahrten erinnert sie sich, angesprochen auf das EM-Qualifikationsturnier vom Herbst in Moldawien. Und natürlich an ihre drei Tore gegen den Gastgeber. «Das war mein persönlicher Höhepunkt.» Für beide Auswahlen stehen im Januar die nächsten Länderspiele an. Einen zweitägigen Zusammenzug in Magglingen mit Leistungstests musste Li Puma soeben verletzt absagen, für Ess steht der Termin Mitte November auf dem Programm.

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