Zwei Gesangskulturen – ein Konzert

Das Saumchörli Herisau und der Chor mischedau aus Schluein konzertierten auf Einladung des Clubs 60plus Herisau und Umgebung in der evangelischen Kirche Herisau. Zu hören waren Jodeleinlagen, Zäuerli, aber auch Lieder in romanischer Sprache.

Werner Grüninger
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Ein buntes Bild und ein abwechslungsreiches Programm gaben das Saumchörli Herisau und der Chor mischedau aus Schluein beim Konzert in Herisau. (Bild: gr)

Ein buntes Bild und ein abwechslungsreiches Programm gaben das Saumchörli Herisau und der Chor mischedau aus Schluein beim Konzert in Herisau. (Bild: gr)

HERISAU. Die Gesangsformationen, das Saumchörli Herisau und der Chor mischedau aus Schluein präsentierten am Samstag ihr gesangliches Können mit mehr oder weniger klassischen Liedern in romanischer Sprache sowie Jodeleinlagen und Zäuerli. Während das Saumchörli die gesangliche Vielfalt des Appenzellerlands darbot, besangen die Gäste aus dem Bündnerland die Vorzüge des Heimatdorfes des mitsingenden Präsidenten Urs Meyer. Dabei dürfte der eine oder andere Zuhörer die Texte nicht bis ins letzte Detail verstanden haben. Gesang kennt keine Grenzen, und so taten die Sprachbarrieren der Unterhaltung keinen Abbruch. Das Publikum kam in den Genuss eines abwechslungsreichen Konzerts.

400 Konzertbesucher

Der Chor mischedau aus Schluein pflegt das romanische Kulturgut, den Gesang in rätoromanischer Sprache und das kulturelle Leben der Region zwischen Ilanz und Flims/Laax im Bezirk Surselva, dem romanisch-deutschen Sprachgebiet.

Dem Kirchenkonzert wohnten gegen 400 Besucher bei. Die beiden Chöre überraschten das Publikum zu Beginn mit einem gemeinsam vorgetragenen Zäuerli. Mit Heimwehmelodien und Liedern zu Hoffnung, Wunsch und Glaube in romanischer Sprache in verschiedenen Idiomen – mit Dynamik vorgetragen – eröffnete der Chor mischedau, Schluein, das Konzert unter der Leitung von Armon Ulber. Zusätzlich standen zwei Lieder aus dem italienischen Teil Graubündens und ein Mundartlied auf dem Programm. Aufgelockert wurden die Darbietungen durch das Saumchörli mit «Bi öös im Somm» von Ruedi Bösch und mit einem sauber vorgetragenen Zäuerli sowie dem Jodellied «Tusigjöhrig» und einem weiteren Zäuerli, bei dem die Vorjodlerinnen und Vorjodler gefühlvoll und harmonisch vom Chor begleitet wurden. Prächtige, inhaltlich ausdrucksstarke Jodellieder und Zäuerli standen im Wechsel mit den Gästen aus dem Vorderrhein an.

Liederprogramm begeisterte

Kultur und Schönheiten des Bündner- und des Appenzellerlandes wurden durch die beiden Chöre besungen. Klangvoll ertönte von der Empore «Sen las Karpates», gesungen vom einen Quartett aus Schluein, gefolgt von zwei italienisch gesungenen Liedern «Spazzacamin» (Kaminfeger) und dem Volkslied «Stets im Truura», wobei der Chor bei den Liedern die Dynamik und die Freude am Gesang zum Ausdruck brachte. Das Saumchörli verabschiedete sich mit «Luege, lose, gnüsse», während die Gäste mit zwei Abendliedern für Abwechslung besorgt waren. Dass das Saumchörli auch die romanische Sprache beherrscht, bewies es mit dem gemeinsam gesungenen Lied «La sera». Die Besucher waren begeistert und spendeten viel Applaus, so dass die beiden Chöre als Zugabe ein gemeinsames Zäuerli gaben.

Bei gemütlichem Beisammensein im Casino klang das Kirchenkonzert aus, während das Saumchörli zu einem Auftritt nach Pany reiste.