Zwei Bäche in Heiden werden aufgewertet

Das Ausserrhoder Tiefbauamt hat ein Wasserbauprojekt erarbeitet, das die Aufwertung des Löchlibaches und des Langmoosbaches in Heiden vorsieht. Die Kosten für das Projekt betragen 690 000 Franken. Die Bauarbeiten sollen dieses Jahr beginnen.

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Entlang des Löchlibaches soll ein Korridor mit ökologischen Kleinstrukturen geschaffen werden. (Bild: pd)

Entlang des Löchlibaches soll ein Korridor mit ökologischen Kleinstrukturen geschaffen werden. (Bild: pd)

HEIDEN. Das kantonale Tiefbauamt Appenzell Ausserrhoden legt ein Wasserbauprojekt vor, das die Aufwertung des Löchlibaches sowie des Langmoosbaches in Heiden vorsieht. Dies werde in der vom Bundesrat verabschiedeten Schutz- und Nutzungsplanung Gstaldenbach verlangt, so die Medienmitteilung des Departementes Bau und Umwelt. Die genannten Bäche sind Teil des Einzugsgebietes des Gstaldenbaches. Untersuchungen der letzten zehn Jahre hätten gezeigt, dass die beiden Bäche ökologische und hochwassertechnische Defizite aufweisen. Die Gesamtkosten für die Aufwertung der Bäche betragen 690 000 Franken.

Massnahmen an der Quelle

Der Löchlibach führt im Gebiet Wies-Löchli durch intensiv bewirtschaftetes Landwirtschaftsland. Er weist praktisch keine Bestockung auf und ist teilweise verbaut. Bei Hochwasser überflutet er gelegentlich das angrenzende Umland. Der Langmoosbach im Gebiet Langmoos ist auf zwei Abschnitten eingedolt. Da er eine zu geringe Abflusskapazität aufweist, tritt der Bach ebenfalls schon bei kleineren Hochwassern über die Ufer. Entlang des Löchlibaches und des Langmoosbaches soll gemäss Medienmitteilung je ein Korridor mit vielen ökologischen Kleinstrukturen geschaffen werden. So können die Bäche ihre ökologische Funktion besser wahrnehmen und als Trittsteine, Wanderkorridore und vielfältige Lebensräume für einheimische Tiere dienen. Angestrebt wird eine Förderung der Biodiversität entlang der Bachläufe sowie eine ökologische Vernetzung der Bäche und des Siedlungsgebietes. Im Zuge der Aufwertungsmassnahmen wird gleichzeitig der Hochwasserschutz verbessert. Beim Löchlibach wird ein zu kleiner Durchlass durch eine Brücke ersetzt. Der Langmoosbach wird auf eine grössere Kapazität ausgebaut.

Nutzungskonflikte gedämmt

Im Projektgebiet existieren verschiedene Nutzungen und dadurch unterschiedliche Interessen. Das Projekt versuche diesen möglichst gerecht zu werden, Kompromisse seien in gewissen Bereichen unumgänglich, so das Schreiben. Der Löchlibach verläuft teilweise durch die Grundwasserschutzzone und eine Fassung der Wasserversorgung liegt nur 10 Meter neben dem Bach – das Projekt habe darauf Rücksicht genommen. Für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung seien an gewissen Stellen Durchlässe oder Brücken über das Gewässer notwendig. Die Lage sei so gewählt, dass sie nicht nur der Landwirtschaft dienen, sondern auch im Winter für die Langlaufloipe genutzt werden können.

Das Gebiet Langmoos ist gemäss einer Studie der Gemeinde Heiden auch Favorit als Standort für eine Aussen-Sportanlage. Trotz Aufwertung und Offenlegung des Langmoosbaches bleibe eine Realisierung dieser Sportanlage möglich.

Die öffentliche Planauflage läuft seit dem 10. Mai. Der Realisierungszeitpunkt des Aufwertungs- und Offenlegungsprojektes ist offen. Das kantonale Tiefbauamt hofft auf eine zügige Inangriffnahme der Bauarbeiten – wenn möglich im laufenden Jahr. (kk)

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