48 Pflegezimmer und 20 Wohnungen für Betreutes Wohnen: In Gais werden zwei Altersheime zu einem

Das Alterszentrum Rotenwies in Gais ist in die Jahre gekommen. Nun die Gemeinde eine neue Anlage realisieren. Der Projektierungskredit kommt im November zur Abstimmung. Lehnt das Volk dies ab, will die Gemeinde gleich ein neues Projekt aufgleisen.

Astrid Zysset
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Das Alterszentrum Rotenwies entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Darum soll es einem Neubau weichen.

Das Alterszentrum Rotenwies entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Darum soll es einem Neubau weichen.

Bild: PD

Über zwei Gebäude erstreckt sich das heutige Alterszentrum Rotenwies in Gais. Obwohl Gemeinderat Andreas Winkler, Präsident der Kommission fürs Alter, voll des Lobes für den bestehenden Betrieb ist, muss er einräumen, dass die bestehende Infrastruktur nicht mehr zeitgemäss ist.

Energietechnisch seien beide Häuser veraltet. Es fehlen zusätzliche Räume. Zudem seien die Flure zu eng, um sie mit modernen Pflegebetten nutzen zu können. Auch die 300 Meter Distanz zwischen den Gebäuden berge grosse logistische Herausforderungen.

Andreas Winkler, Gemeinderat Gais

Andreas Winkler, Gemeinderat Gais

Bild: asz

Die Gemeinde Gais möchte nun einen Neubau an der Gäbrisstrasse 18 – neben dem unteren Gebäude – realisieren. Das neue Alters- und Pflegezentrum soll als selbstständig öffentlich-rechtliche Anstalt im Eigentum der Gemeinde geführt werden. Über den Projektierungskredit in der Höhe von 850000 Franken wird am 29. November an der Urne entschieden.

Hybridmodell mit Zimmern und Wohnungen

Das Kostendach liegt bei 20 Millionen Franken. Gemäss Winkler liegt diese Investitionssumme für ein solches Bauvorhaben in einem vertretbaren Rahmen. 48 Pflegezimmer sind geplant – acht weniger als bisher. Im Gegenzug werden neben dem Neubau 20 bis 24 Kleinwohnungen im Bereich «Betreutes Wohnen» geschaffen. Denn: «Die Menschen möchten heute so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben», so Winkler.

Mit Spitex und privaten Betreuungsdiensten würde der Eintritt ins Pflegeheim lange hinausgezögert. Eine Wohnung im Betreuten Wohnen könnte hier eine Lücke schliessen und als Vorstufe gesehen werden, bevor der eigentliche Übertritt ins Pflegezentrum erfolgt. «Es ist ein Hybrid-Modell, das wir im neuen Alterszentrum realisieren möchten», so Winkler weiter. Sollte die Nachfrage nach regulären Pflegeheimplätzen dennoch steigen, könnten zusätzlich acht bis zwölf Plätze im Betreuten Wohnen geschaffen werden.

Genossenschaft würde Betreutes Wohnen bauen

Eine Vergabe des Betriebs des Alterszentrums an Externe kam für den Gemeinderat nie in Frage. Auch investieren will er selbst. Rund fünf Millionen Eigenkapital will er einsetzen, der Rest würde fremdfinanziert. «Finanziell geht es der Gemeinde gut. Wir können uns diese Investition in die Altersversorgung leisten – auch ohne die Steuern erhöhen zu müssen», so Winkler.

Allerdings ist vorgesehen, dass die Gemeinde nur den Bereich Pflege erstellt. Für die Finanzierung und Realisierung des Betreuten Wohnens soll eine Genossenschaft gegründet werden. Die Gemeinde würde eine finanzielle Starthilfe leisten, das restliche Kapital in noch nicht genau definierter Millionenhöhe soll durch die Bürgerinnen und Bürger wie auch externe Organisationen zu Stande kommen. Dieses Vorhaben erachtet Winkler als «problemlos». «Ich habe keinerlei Bedenken, dass das erforderliche Genossenschaftskapital nicht rechtzeitig zusammenkommen würde», sagt er. Das hätten erste Vorabklärungen mit Branchenspezialisten ergeben. Gespräche mit möglichen Interessenten hätten aber noch keine stattgefunden.

Bagger sollen 2022 auffahren

Die Investition ins Alterszentrum würde im Rahmen einer Vollkostenrechnung über die Miete der Liegenschaft mit Zins und Abschreibung refinanziert. Aus Sicht des Gemeinderates ist dies ein «Nullsummenspiel». Zudem besteht die Möglichkeit, dass sich später aus der Liegenschaft Rotenwies 26 Einnahmen ergeben, wenn diese einmal für den Altersheimbetrieb nicht mehr gebraucht wird.

Bei einer Zustimmung zum Projektierungskredit würde nach Aussagen Winklers ein Bauprojekt ausgearbeitet, das dann zur Abstimmung an die Urne käme. Zeitgleich würde die Stimmbürgerschaft über den Betrag befinden können, welcher der Genossenschaft zugesprochen würde. Bei jener steht anschliessend die Gründung an. Die Bauzeit für das Pflegeheim ist von 2022 bis 2024 geplant. Danach erst würde der «Betreutes Wohnen»-Bereich realisiert.

Sollte der Projektierungskredit abgelehnt werden, wird das Bauprojekt neu aufgegleist. Denn für Winkler steht ausser Frage, dass die Gemeinde einen Neubau realisieren muss.

Am Dienstag, 1. September, findet um 19 Uhr ein Informationsanlass zum Alterszentrum in der Krone Gais statt. Um Anmeldung wird gebeten.