Zwangsum-siedlung

Zugegeben: Dieses Wort hat in der Regel einen negativen Beigeschmack, fiel es in letzter Zeit doch häufig im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen, als viele Menschen Haus und Hof verlassen mussten, damit Wladimir Putin seine Pläne am Schwarzen Meer verwirklichen konnte.

Beat Lanzendorfer
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Wattwil - Beat Lanzendorfer Redaktor Toggenburg Medien AG (Bild: Beat Lanzendorfer)

Wattwil - Beat Lanzendorfer Redaktor Toggenburg Medien AG (Bild: Beat Lanzendorfer)

Zugegeben: Dieses Wort hat in der Regel einen negativen Beigeschmack, fiel es in letzter Zeit doch häufig im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen, als viele Menschen Haus und Hof verlassen mussten, damit Wladimir Putin seine Pläne am Schwarzen Meer verwirklichen konnte. Ganz so schlimm war es bei mir nicht, es soll aber zeigen, dass auch kleinere Veränderungen (kurzfristig) Unbehagen auslösen können.

Als Mitarbeiter der Druckerei E. Kalberer AG in Bazenheid gehörte ich 13 Jahre dem Redaktionsteam des Alttoggenburgers an. Beim Verkauf desselben und der Eingliederung in die Toggenburg Medien AG war absehbar, dass unser Arbeitsplatz über kurz oder lang nicht mehr am angestammten Ort sein wird. Wohl für alle nachvollziehbar, dass die Zeit der Ungewissheit nicht ganz leicht war. So war es denn auch, unsere «Zwangsumsiedlung» wurde per 1. Januar 2014 beschlossen. Anzumerken gilt, dass der Alttoggenburger noch bis Ende März in Bazenheid produziert wird und Teile des Teams, zumindest teilweise, bis dann in Bazenheid bleiben. Für mich hiess es Ende Januar Abschied nehmen. Seit Anfang Februar arbeite ich nun in Wattwil, wo ich mir ein Büro mit einem netten Lehrling und zwei sympathischen Mitarbeiterinnen teile. So weit, so gut. Aus organisatorischen Gründen musste ich noch einmal einen Bürowechsel vornehmen. Die Konsequenz: Seit gestern Donnerstag sitze ich also in einem anderen Büro, musste die zwei sympathischen Mitarbeiterinnen und den netten Lehrling leider schon wieder verlassen und bin nun quasi innerhalb von einem Monat zweimal «zwangsumgesiedelt» worden.

Was bleibt als Erkenntnis: Meine «Zwangsumsiedlung» hat sich bisher als kein Nachteil herausgestellt. Ich durfte mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen, dass die Menschen in Wattwil genauso freundlich und aufgeschlossen sind wie im unteren Toggenburg. Bei einem Zürcher, der vor 21 Jahren ohne Zwang aus Winterthur in die Region zog, ein nicht unwesentlicher Faktor.

@toggenburgmedien.ch

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