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ZUZWIL/BAZENHEID: «Geflügel wird eine grosse Rolle spielen»

In der Landi Thur AG fand am Montag der 14. landwirtschaftliche Info-Abend statt. Referent war Albert Baumann, Unternehmensleiter der Micarna AG. Unterschiedliche Konsumtrends stellen hohe Herausforderungen an die Firma, sagt er.
Florian Beer
Die Micarna setzt sich zum Ziel, Geflügel langfristig energieneutral herzustellen. (Bild: PD)

Die Micarna setzt sich zum Ziel, Geflügel langfristig energieneutral herzustellen. (Bild: PD)

Florian Beer

redaktion@toggenburgmedien.ch

Was will der Konsument von heute und morgen vom Schweine- und Geflügelmarkt? Diese Frage stellt sich der Fleischverarbeiter Micarna, um im Wettbewerb auch weiterhin erfolgreich bestehen zu können. Der Unternehmensleiter Albert Baumann lieferte den Versammelten in der Landi in Zuzwil am Montagabend einige Antworten darauf. Der Konsument von heute sei sehr heterogen und reiche vom Fleischesser, über den Vegetarier bis hin zum Veganer. Weitere Konsumtrends seien Umwelt- und Tiergerechtigkeit, Gesundheit, Markenqualität, Lebensfreude sowie dem Ursprung nahe Produkte. «Wir als Unternehmen wollen alle diese Themen abdecken», sagt Baumann. «Die unterschiedlichen Konsumtrends stellen uns auch vor unterschiedliche Herausforderungen.»

Ressourceneffizienz bedeutet vollständige Nutzung

Mit gut 3000 Mitarbeitern, davon 139 Auszubildende, einem Absatz von etwa 164000 Tonnen Fleisch und rund 1,6 Milliarden Franken Umsatz im Jahr ist die Micarna der führende Fleischverarbeiter der Schweiz. Nachhaltigkeit sowie das Wohl der Tiere seien Eckpfeiler des Unternehmens. «Der Ressourcenumgang und vor allem die Effizienz sind zwei unserer Hauptthemen», sagt CEO Baumann. Mit Ressourceneffizienz sei die vollständige Nutzung vom Tier gemeint. «Früher haben wir die Schweinefüsse verbrannt, während sie in China als Delikatesse gelten.» Man wolle dem Konsumenten in Zukunft auch die sogenannten Restprodukte schmackhaft machen. Baumann ist der Überzeugung, dass die effiziente Nutzung der Tiere und der Ressourcen die Bio­produktion in Zukunft ablösen könnte.

Dem Konsumenten neue Erlebniswelten eröffnen

Letztes Jahr hat die Micarna mit dem Insekten-Snack «Grillenbällchen» zum dritten Mal in Folge den Innovationspreis an der Food-Messe Anuga in Köln gewonnen. «Wir wollen mit solchen Angeboten den Kreislauf bei der Nachhaltigkeit schliessen und den Konsumenten in eine neue Erlebniswelt führen», sagt der Unternehmensleiter. Neben dem umstrittenen Antibiotika-Einsatz, gegen den der Fleischverarbeiter aktiv vorgehen will, sei natürlich auch die vierte indus­trielle Revolution ein grosses Thema. «Die Micarna will von Anfang an dabei sein und ­beschäftigt sich stark mit dem technologischen Wandel.» Der Einsatz von Drohnen und 3 D-Druckern sowie die Online-Überwachung der Tiere wie herdwatch seien Teil der Zukunft. «Wir haben zudem eine App entwickelt, die alle Daten zum ­Beispiel von der Schlachtung speichert und bald vollständig eingesetzt werden kann», sagt Baumann.

Leichte Überproduktion auf dem Fleischmarkt

Was die Fleischproduktion anbelange, stünde vor allem das Geflügel im Fokus. Pouletfleisch sei hell, fettarm und religionsneutral. Besonders Letzteres sei von grosser Bedeutung, denn mit der Migration kämen neue Esskulturen ins Land, denen man sich anpassen müsse. «Unser Geflügel-Programm ist das Vorbild in der Ressourceneffizienz», sagt Baumann. Aus den Federn wird Papier hergestellt, weitere Restprodukte fliessen teilweise in die Düngerproduktion. Das Ziel sei, dass man Geflügel langfristig gesehen energieneutral herstellen könne. In der Schweinefleischqualität sei die Schweiz weltweit führend, ein Status, den man auch in Zukunft gerne behalten wolle.

Zusammenfassend hielt Albert Baumann fest, dass es insgesamt eine leichte Überproduktion auf dem Fleischmarkt gäbe, ausser bei den Kühen. Den vorwiegend anwesenden Bauern konnte er nicht versprechen, dass die Preise für Hühner oder Schweine im nächsten Jahr ansteigen. Das könne sich aber auch wieder ändern.

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