Zuweilen an die Grenzen gestossen

Seit dem 1. April ist das einstige Appenzeller Medienhaus die neue Heimat der Appenzeller Druckerei AG. Diese entstand aus dem Zusammenschluss der Akzidenzdruckbereiche der Druckerei Appenzeller Volksfreund (DAV) in Appenzell, des Appenzeller Medienhauses in Herisau sowie der Kunz-Druck & Co.

Jesko Calderara
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Markus Rusch Geschäftsführer Druckerei Appenzeller Volksfreund (Bild: apz)

Markus Rusch Geschäftsführer Druckerei Appenzeller Volksfreund (Bild: apz)

AG in Teufen, die 2009 zur DAV stiess. Eigentümerin der Appenzeller Druckerei AG ist die Genossenschaft Druckerei Appenzeller Volksfreund (Appenzell). Treibende Kraft hinter der Fusion war deren Geschäftsführer Markus Rusch. «Der Zusammenschluss war ein mutiger Schritt, der sich rückblickend gelohnt hat», sagt er. Weil die Firma nun grössere Auftragsvolumen abwickeln könne, ergäben sich bei grossen Kunden neue Chancen.

Unterschiedliche Kulturen

Markus Rusch hat ein hartes und arbeitsintensives Jahr hinter sich. Drei unterschiedliche Firmen zusammenzuführen sei eine grosse Belastung. Unter anderem habe man die Organisation anpassen und die unterschiedlichen Kulturen verschmelzen müssen, sagt Rusch. «Hinzu kommt die schwierige Marktlage mit einem starken Preisdruck.» Als positiv denkender Mensch ist der Geschäftsführer jedoch vom Potenzial seines Unternehmens überzeugt. «Es gab in den letzten Monaten aber Momente, in denen ich an Grenzen gestossen bin.»

Eine grosse Herausforderung bei der Zusammenlegung der drei Druckereien war die Zusammenführung der verschiedenen Firmenkulturen. Die Unterschiede seien grösser gewesen, als er erwartet habe, sagt Markus Rusch. «Mit Ausserrhoden und Innerrhoden hat dies jedoch nichts zu tun.» Vielmehr verfügte die Druckerei Appenzeller Volksfreund laut Rusch über kleinbetriebliche Strukturen mit der entsprechenden Flexibilität. «Das Appenzeller Medienhaus hingegen war in Konzernstrukturen eingebunden.» Unterdessen sieht er aber Fortschritte bei der Angleichung der Arbeitsabläufe.

Keine Kunden verloren

In Appenzell Innerrhoden stiess die Fusion grösstenteils auf Verständnis. Es habe nur wenige negative Reaktionen gegeben, sagt Rusch. Gefreut hat ihn zudem, dass die Appenzeller Druckerei AG durch den Zusammenschluss keine Kunden verlor. «Deshalb sind wir für 2016 zuversichtlich, ein Umsatzwachstum erzielen zu können.» Ihr Fokus gelte vor allem der Qualitätsführerschaft.

Aus zeitlichen Gründen hat Markus Rusch im Frühling seine politischen Ämter als Grossrat und Bezirksrat in Schwende aufgegeben. Er vermisse das Netzwerk, das sich durch die politische Arbeit ergeben habe, sagt er. «Dieses ist zwar noch vorhanden, wird aber nicht mehr gepflegt.» Aufgrund der beruflichen Situation würde ihm aber die Zeit fehlen, die Ämter richtig auszuüben, so Rusch.

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