«Zuwarten nicht zu verantworten»

Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann und Regierungsrat Willi Haag warnen davor, dass ein Nein zur Modernisierung des Spitals Altstätten eine jahrelange Verzögerung brächte. Sie plädierten in Wattwil für ein Ja zu allen Spitalvorlagen.

Martin Knoepfel
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WATTWIL. Die St. Galler Stimmbürger hätten zweimal Ja gesagt zur wohnortnahen Gesundheitsversorgung mit neun Standorten. Die Regionalspitäler spezialisierten sich auf gewisse Behandlungen, um die Qualität zu sichern, und fragten notfalls Spezialisten des Kantonsspitals um Rat. Gewisse Aufgaben wie die Informatik seien zentralisiert, sagten die Regierungsräte Heidi Hanselmann und Willi Haag.

Es sei sinnvoll, leichte Fälle im Regionalspital zu behandeln, denn im Kantonsspital St. Gallen und in ausserkantonalen Zentrumsspitälern seien die Basisraten höher, sagten die beiden Regierungsräte. Sie warben am Mittwoch in Wattwil für ein Ja zu den sechs Spitalvorlagen.

«Zu wenig Betten»

Dem Kantonsspital fehlten zudem Betten für die Patienten, die nach einer Schliessung des Spitals Altstätten andernorts behandelt werden müssten. Diese Patienten würden ins Kantonsspital oder nach Chur gehen, sagte Heidi Hanselmann unter Verweis auf die Zahlen nach der Schliessung der Geburtshilfe in Altstätten. Der Kanton habe kein Interesse daran, dass das geschehe. Das Netzwerk der St. Galler Spitäler brauche alle Standorte.

Die Spitalinfrastruktur stamme aus den 60er- und 70er-Jahren, sagte Regierungsrat Willi Haag. Nach einem 15jährigen Moratorium sei weiteres Zuwarten bei der Modernisierung, wie es bei einem Neubau eines Spitals im Rheintal unvermeidlich sei, nicht zu verantworten. Die Kosten der Spitalvorlagen seien hoch, aber sie verteilten sich über einen langen Zeitraum. Die Spitäler würden nach der Modernisierung mehr Miete zahlen. Steuererhöhungen seien nicht zu befürchten. Man müsse den Patienten etwas bieten, denn die Spitäler stünden im Wettbewerb, sagte Willi Haag. Kostentreiber seien die höheren Ansprüche der Patienten und strengere Sicherheits- und Bauvorschriften.

Kurze Wege im Notfall

In Wattwil würden die Abläufe verbessert, sagte René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg. Die Notfallstation sei eng. Für Notfälle gebe es ein neues Ambulatorium, wobei die Diagnostik daneben angesiedelt werde. Eine gute Diagnose sei im System der Fallpauschalen sehr wichtig. Zudem hätten die Patienten künftig im Erweiterungsbau Aussicht ins Tal.

Er brauche drei Standorte, sagte Stefan Lichtensteiger, CEO der Spitalregion Rheintal-Werdenberg-Sarganserland. Die Fotos altmodischer Technikräume und Nasszellen, die in Wattwil gemacht wurden, könnten auch aus dem Rheintal stammen.

Der Informationsabend im Spital wurde von über 80 Personen besucht. Organisiert wurde er von den Regionalparteien von CVP, FDP, Grünen und SP sowie vom Förderverein des Spitals. Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner sagte, die Abstimmung vom 30. November sei für den ganzen Kanton und fürs Toggenburg sehr wichtig. Die Präsenz zweier Regierungsräte zeige, dass die Region beim Spital nicht so abgelegen sei, wie man es in anderem Zusammenhang höre.

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