ZUSAMMENSCHLUSS: Asylbetreuung wird regionalisiert

Künftig werden sich die Sozialen Dienste Vorderland um die Asylsuchenden in sechs Gemeinden kümmern. Nur Grub wird nicht mitmachen.

Jesko Calderara
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Die im Verein Appenzellerland über dem Bodensee zusammengeschlossenen Gemeinden wollen im Asylwesen kooperieren. (Bild: APZ)

Die im Verein Appenzellerland über dem Bodensee zusammengeschlossenen Gemeinden wollen im Asylwesen kooperieren. (Bild: APZ)

Jesko Calderara

jesko.calderara@appenzellerzeitung.ch

Die Gemeinden Heiden, Lutzenberg, Rehetobel, Reute, Wald und Wolfhalden schliessen sich im Bereich der Asylbetreuung zusammen. Sie übertragen diese Aufgabe per 1. Oktober den Sozialen Diensten Vorderland (SDV). Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Kurt Weber, der in Rehetobel dem Gemeinderat angehört, hat ein Konzept erarbeitet. Die Regionalisierung wurde unter dem Dach des Vereins Appenzellerland über dem Bodensee beschlossen. Mit dem Schritt sollen die Gemeindeverwaltungen entlastet, Synergien genutzt und die Betreuung professionalisiert werden. «Durch die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit werden wir flexi­bler bei der Unterbringung der Asylsuchenden», sagt Weber. Beispielsweise könnten überregional günstige Wohnungen genutzt werden. Auf die Zuweisung an die Gemeinden habe dies jedoch keinen Einfluss, sagt Weber. Die Betreuung der Asylbewerber ist eine gesetzliche Aufgabe der Gemeinden. Dazu gehören unter anderem die Gewährung von Sozialhilfe, die Bereitstellung von Unterkünften, Unterstützung in der Alltagsbewältigung und, wenn möglich, die berufliche Integration.

Mit der Organisation der Asylbetreuung für die sechs Gemeinden werden die Sozialen Dienste Vorderland (SDV) beauftragt. Die Angliederung mache Sinn, weil die Aufgaben in der Asylbetreuung mit jenen der SDV eng verwandt seien, sagt Weber. Konkret ist vorgesehen, bei den Sozialen Diensten Vorderland für den neuen Tätigkeitsbereich zwei zusätzliche Stellen zu schaffen. Eine Person wird sich künftig um die Betreuung kümmern, dazu soll jemand für Sekretariatsarbeiten angestellt werden. Das genaue Pensum hängt von der Anzahl Asylsuchenden ab. Die beschlossene Zusammenarbeit im Vorderland hat unterschiedliche finanziellen Auswirkungen. Für 2018 rechnen die Verantwortlichen mit Kosten von 35000 Franken. Im laufenden Jahr ist der Aufwand um ungefähr 5000 Franken höher. Bei den Gemeinden fallen dafür die Lohnkosten jener Mitarbeitenden weg, die bis anhin die Asylsuchenden betreuten. Sie waren teilweise temporär angestellt und verlieren nun ihre Stellen. Nicht mitmachen bei der beschlossenen Regionalisierung wird Grub. Die Gemeinde will am bisherigen Betreuungsmodell festhalten.