Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Zusammenhänge im Garten

Gartenbauverein Ebnat-Kappel
Elisabeth Solèr
Ob Winter oder Frühling, diese Schnecke jedenfalls kann sich nicht eigenständig fortbewegen. (Bild: PD)

Ob Winter oder Frühling, diese Schnecke jedenfalls kann sich nicht eigenständig fortbewegen. (Bild: PD)

Am Montagabend, 26. Februar, lud der Gartenbauverein Ebnat-Kappel zusammen mit dem Verein Landfrauen Hüsliberg zu einem Vortrag über «Biologische Schneckenregulierung und schneckensichere Pflanzen» ein. Auch wenn es draussen bitterkalt und frostig ist, denken Gärtnerinnen und Gärtner schon im Februar an die Gartenplanung für die kommende Saison. Da kommt immer wieder die Frage auf, wie die Schädlinge ohne Gift am effizientesten in die Schranken gewiesen werden könnten. Wie schnell kann eine ganze Schneckeninvasion ein eben frisch angepflanztes Setzlingsbeet überfallen und Rachegedanken in den Gärtnern aufkommen lassen. Die Schneckenkörner wären schnell zur Hand und um die Pflanzen gestreut. Das Problem wäre angepackt aber überhaupt nicht gelöst. Die Eindämmung der Schneckeninvasion sollte der Natur und Gesundheit zuliebe, auf ökologische Weise angegangen werden. Luzia Steiner, eine kompetente Biogärtnerin, kennt Schädlinge sehr genau. Sie interessiert sich für die Zusammenhänge im biologischen Gartenbau und lernte viel aus Beobachtung. Sie verstand es, den interessierten Besucherinnen den Blick zu öffnen, damit die Schnecken nicht nur als Feinde betrachten werden. So berichtete sie, dass die Schnecken ihre ökologische Funktion haben. Sie besitzen gute Geschmacks- und Geruchsorgane und riechen frisch gesetzte oder kränkelnde Pflanzen sofort. Sie sind Aasfresser, das heisst, sie tragen zur Hygienisierung als «Gesundheitspolizei» bei. Sie verwerten Pflanzenteile und sind am natürlichen Abbau beteiligt.

Um Kulturen zu schützen, kann aufgrund der Kenntnis der Lebensweise der Schnecken die Ursache der Übervermehrung eingeschränkt werden. Es gilt, die Schneckendichte zu regulieren.Dazu sind Fördermassnahmen nötig, die Lebensraum für ihre Gegenspieler darstellen, um das ökologische Gleichgewicht zu fördern. So vertilgen Vögel, Igel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Kröten, Blindschleichen und Eidechsen, Käfer sowie Schnecken und Schneckeneier. Schneckenbarrieren wie Schneckenzäune oder Schneckenkragen, aus PET-Flaschen selbst hergestellt, schützen die Pflänzchen und erschweren den Schnecken den Zugang. Ausgelegte Wegplatten oder Holzbretter dienen ihnen als Raststätten, die es gilt, regelmässig zu kontrollieren.

Luzia Steiner berichtete, dass sie oft in der Dunkelheit im Schein einer Taschenlampe in ihrem Garten unterwegs ist und so nicht nur die Feinde findet, sondern auch öfters einen Igel antrifft, der ihr hilft, ihren Garten gegen die gefrässigen Schnecken zu verteidigen. Die beste Massnahme gegen Schneckenfrass ist es, schneckenresistente Pflanzen zu kultivieren. Die Referentin sensibilisierte die Interessierten mit Bildern aus ihrem eigenen Bio-Garten. Es gilt, Pflanzen zu pflanzen, die sich immer wieder selber aussähen und sich den richtigen Platz selber suchen. Sie zeigte auf, dass verschiedene Pflanzenfamilien von den Schnecken links liegen gelassen werden. Es müssen nicht immer Tagetes, Astern oder Rittersporn sein, die unsere Aufmerksamkeit im Kampf gegen die Schnecken benötigen. Da gibt es eine ganze Anzahl von Blumen wie Löwenmaul, Nachtviolen, Königskerzen oder Klatschmohn, die uns mit ihren Farben und Formen entgegenstrahlen. Die Referentin beschenkte uns mit solchen Blumensamen und gab eine Zusammenstellung von schneckenresistenten Pflanzen ab, die uns helfen, im nächsten Jahr den Garten nicht in ein Schneckenparadies, sondern in ein Blumen- und Gemüseparadies zu verwandeln.

Patentrezepte gibt es wohl auch nach diesem Abend nicht, doch Luzia Steiner hatte den Blick der Besucherinnen für sinnvolle, ökologische Massnahmen gegen die Schnecken geöffnet. Sie verstand es, auf begeisternde Weise auf die Zusammenhänge in der Natur hinzuweisen und aufzuzeigen, wie die Schneckenregulierung im Biogarten auch ohne Gift erfolgreich stattfinden kann.

Elisabeth Solèr

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.