«Zurzeit haben wir 196 Asylsuchende»

Fast 7500 Asylgesuche sind im zweiten Quartal dieses Jahres in der gesamten Schweiz eingegangen. Max Eugster, Leiter der Ausserrhoder Fachstelle für Asyl, spricht über die Situation und die Prognosen in Appenzell Ausserrhoden.

Ruth Frischknecht
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Max Eugster Leiter der Fachstelle für Asyl Kanton Appenzell Ausserrhoden (Bild: apz)

Max Eugster Leiter der Fachstelle für Asyl Kanton Appenzell Ausserrhoden (Bild: apz)

Die steigende Zahl der Asylgesuche ist in aller Munde. Fast 7500 Asylgesuche wurden allein im 2. Quartal dieses Jahres gestellt. Nimmt die Anzahl an Asylsuchenden auch in Appenzell Ausserrhoden zu?

Max Eugster: Ja, auch in Ausserrhoden ist die Zahl der Asylsuchenden gestiegen. Seit Mai hat die Anzahl neu eingereichter Gesuche gesamtschweizerisch stark zugenommen, und damit steigt auch die Zahl der vom Bund dem Kanton Appenzell Ausserrhoden zugewiesenen Asylsuchenden. Der Kanton ist verpflichtet, 0,8 Prozent aller neu eingereisten Asylsuchenden aufzunehmen. Dieser Wert richtet sich nach dem Anteil der Bevölkerung des Kantons an der Gesamtbevölkerung der Schweiz.

Wohin kommen die Asylsuchenden, wenn sie dem Kanton zugeteilt werden?

Eugster: Zunächst kommen sie ins Asylzentrum Landegg. Appenzell Ausserrhoden hat kein eigenes Zentrum, sondern arbeitet mit dem Kanton St. Gallen zusammen. Ausserrhoden darf bis zu 34 Plätze des Zentrums belegen. Nach einem Aufenthalt im Zentrum werden die Asylsuchenden auf die Gemeinden aufgeteilt. Jede Gemeinde ist dazu verpflichtet, Asylsuchende aufzunehmen.

Wie wird entschieden, welche Gemeinde wie viele Asylsuchende aufnimmt?

Eugster: Die Zahl richtet sich nach dem Anteil einer Gemeinde an der Gesamtbevölkerung des Kantons. Eine grössere Gemeinde ist dazu verpflichtet, mehr Asylsuchende aufzunehmen als eine kleinere. Zudem berücksichtigen wir bei der Zuteilung auch, wie viele Asylsuchende und vorläufig aufgenommene Personen bereits in der Gemeinde wohnen.

Sind in Appenzell Ausserrhoden noch Plätze frei?

Eugster: Im Moment können wir Asylsuchende aufnehmen. Wir haben die Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht. In Appenzell Ausserrhoden hielten sich am 10. August 196 Asylsuchende und 114 vorläufig Aufgenommene auf. Eine Obergrenze für die aufzunehmenden Asylsuchenden zwischen Bund und Kanton gibt es nicht. Wir nehmen einen Anteil von 0,8 Prozent der Asylsuchenden auf.

Wie sehen die Prognosen aus?

Eugster: Wir stützen uns auf die Zahlen des Staatssekretariates für Migration. Dieses geht für 2015 von rund 29'000 Asylgesuchen aus. Auf Appenzell Ausserrhoden heruntergebrochen sind 232 Asylsuchende zu erwarten.