Zurück zu den Wurzeln, zurück zur Köhlerei

In Mogelsberg wird von August bis September geköhlert. Dieses alte Handwerk soll nun, umrahmt von einem vielseitigen Programm, wieder aufleben. Dafür setzt sich derzeit ein Organisationskomitee ein. In rund drei Monaten wird ein Kohlenmeiler erstellt.

Flavia Forrer
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Engagiert im Organisationskomitee (von links, obere Reihe): Stefan Hochreutener, Werner Forrer, Jakob Raschle, Willi Roth, Max Brosi, Hansruedi Bachmann. Unten, kniend: Leo Gemperli, Sonja Schläpfer, Michael Hochreutener. Es fehlen Hansueli Keller und Niklaus Seelhofer. (Bild: Flavia Forrer)

Engagiert im Organisationskomitee (von links, obere Reihe): Stefan Hochreutener, Werner Forrer, Jakob Raschle, Willi Roth, Max Brosi, Hansruedi Bachmann. Unten, kniend: Leo Gemperli, Sonja Schläpfer, Michael Hochreutener. Es fehlen Hansueli Keller und Niklaus Seelhofer. (Bild: Flavia Forrer)

MOGELSBERG. In etwas mehr als drei Monaten ist es so weit. Dann wird im Steinwäldli, oberhalb von Mogelsberg, ein Kohlenmeiler erstellt. Die Idee ist aber nicht neu. Bereits 2002 hat die Genossenschaft Holz Mogelsberg zum 850-Jahr-Jubiläum von Mogelsberg unter dem Motto «Mogelsberg brennt» einen Kohlenmeiler gebaut. Das diesjährige Projekt soll um einiges grösser werden.

Buchenholz für Qualität

Der diesjährige Kohlenmeiler im Steinwäldli wird einen Durchmesser von 8 Metern haben und er wird 50 bis 70 Ster Buchenholz zu Kohle verarbeiten. «Wegen der Gleichmässigkeit ist es am besten, nur eine Sorte Holz zu verwenden. Buchenholz gibt von der Qualität her die beste Kohle», erklärt Jakob Raschle, OK-Präsident. Das Holz wird von den Mitgliedern der Genossenschaft Holz Mogelsberg gespendet, das meiste haben sie bereits zusammen. Von den rund 70 Ster Holz soll es rund 4900 Kilogramm Kohle geben. Diese verkauft das Organisationskomitee dann im Internet oder verschenkt es den Sponsoren. «Wir haben keine Angst, dass wir die Kohle nicht loswerden», ist der OK-Präsident überzeugt.

2002 produzierten sie rund 6500 Kilogramm Kohle und hatten keine Probleme, sie wegzubringen. Kohle eigne sich gut als Geschenk, denn sie verfaule nicht, und es sei eine einmalige Gelegenheit, einheimische Kohle zu kaufen, so Jakob Raschle weiter. Die Kohle, die es in den Warengeschäften zu kaufen gibt, kommt vielfach von Rumänien und wird industriell in Öfen hergestellt. Die Köhlerei in Mogelsberg übernimmt Doris Wicki aus Entlebuch. Sie bietet seit einigen Jahren die Event-Köhlerei an. Das Handwerk hat sie von ihrem Bruder Pius Wicki übernommen, der 2002 in Mogelsberg geköhlert hat.

Schlafen im Saunafass

Doris Wicki wird während der vier Wochen gleich neben dem Kohlenmeiler wohnen, und zwar in einem Saunafass, welches von Wagner Saunabau zur Verfügung gestellt wird. Die Köhlerin muss während des Verkohlungsprozesses rund alle zwei Stunden einen Kontrollgang machen. «Sie muss Tag und Nacht auf dem Meiler neue Löcher machen und die Hohlräume mit Schnitzeln auffüllen, damit es kein Feuer gibt», erklärt Jakob Raschle. Nach diesem Prozess kühlt der Meiler noch zwei Wochen aus, danach wird die Holzkohle abgepackt und verkauft. Der Verkauf der produzierten Holzkohle wird den Anlass finanziell aber nicht decken. Deshalb sind die Organisatoren auf Sponsoren und ehrenamtliche Helfer angewiesen. Sie rechnen mit Ausgaben in der Höhe von 70 000 Franken. Sponsoren sowie Helfer sind noch gesucht. «Wir hoffen, dass wir mit der Festwirtschaft einen kleinen Gewinn machen, um ein anständiges Helferfest durchführen zu können», sagt Stefan Hochreutener, der für das Sponsoring zuständig ist.

Vielfältiges Rahmenprogramm

«Wir wollen, dass wieder einmal etwas läuft im Dorf», sagt Stefan Hochreutener. «Ausserdem ist die Kohle von 2002 langsam aufgebraucht und es braucht wieder neue», ergänzt Jakob Raschle lachend. Damit wieder einmal etwas los ist, wird nicht nur geköhlert, sondern auch ein buntes Rahmenprogramm erarbeitet. Für Jung und Alt soll es etwas Passendes geben.

So gibt es beispielsweise für die jüngeren Gäste einen 24-Stunden-Event, an dem sie alle zwei Stunden eine Aufgabe erhalten. «Es soll nicht einfach nur Alkohol getrunken werden, sondern die Jugendlichen werden beispielsweise mit einem Tischtennis-Wettkampf beschäftigt, und wer verliert oder verschläft, der fliegt raus», erklärt Leo Gemperle, der für das Rahmenprogramm zuständig ist, das Spiel.

Für die ältere Generation gibt es am Anlass im Zeichen der Kohle die Blockhaus-Stobete mit dem Handharmonika-Verein Degersheim, einen Jassabend oder einen Warenmarkt mit regionalen Produkten.

Weitere Infos im Internet unter www.cholemeiler.ch.

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