Zur Freiheit (Reprise)

Nächste Woche verschickt das Ausserrhoder Amt für Kultur das Obacht-Sommerheft. Oder besser: Die beiden Hefte.

Guido Berlinger-Bolt
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«Ich bin so frei» lautete der Titel der diesjährigen Kulturlandsgemeinde; sie fand Anfang Mai in Lutzenberg und Wienacht statt. Der in den nächsten Tagen ausgelieferten Obacht-Nummer wird ein Sonderheft beigelegt sein, die das Thema der Kulturlandsgemeinde noch einmal aufnimmt: die Freiheit.

Wiederaufnahme

Als Kondensat liegt dem Heft in der Mitte die Sendschrift bei. Darin fand das Kollektiv verschiedener «Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter» zu einprägsamen Formeln, wie etwa dieser: «Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des andern anfängt.» Oder dieser: «Keine Freiheit ohne Gleichheit (...) Was muss geschehen, damit ein Leben in Würde und Freiheit kein Luxus bleibt, sondern allen offen steht? Die Antwort ist politisch, sie heisst zum Beispiel: Umverteilung.» – Keine Freiheit ohne Gleichheit ist auch die Überschrift über das in der Sondernummer enthaltene Interview, das Hanspeter Spörri mit der alt Nationalratspräsidentin Gret Haller geführt hat. Das Thema wurde im ehemaligen Asyldurchgangszentrum Alpenblick in Wienacht zum Teil aber kontrovers diskutiert – die Erinnerung daran, oder vielleicht treffender: die Wiederaufnahme einiger Gesprächsfäden, wird nächste Woche ausgeliefert. Als Ergänzung dazu schaltet das Ausserrhoder Amt für Kultur weitere Inhalte auf der Homepage www. kulturlandsgemeinde.ch auf – etwa die Rede Gottfried Honeggers und eine Bildstrecke zu Annina Frehners künstlerischem Beitrag zur Kulturlandsgemeinde unter dem Titel «Transit».

Tattoos im Blick

Das «reguläre» Obacht-Heft (die Nummer 13) ist dem Thema Tattoo gewidmet. Ausschlag dafür habe, so Margrit Bürer, Leiterin des Amts für Kultur, die Tattoo-Legende Herbert Hoffmann gegeben. Hoffmann lebte das letzte Drittel seines Lebens in Heiden, er starb 2010 90jährig und vermachte seinen Nachlass der Ausserrhoder Kantonsbibliothek. Dem Thema wird über verschiedene Zugänge nachgespürt: Augustinus «Gass» Rupp, lange als Störtätowierer unterwegs, erzählt im Obacht von Begegnungen mit Herbert Hoffmann und von den Veränderungen in der Szene und vom Tattoo-Boom. Kristin Schmidt, Hanspeter Spörri und Ursula Badrutt gehen dem Tattoo als Sprache für Unsagbares nach. Und in der Rubrik Gedächtnis geht Kantonsbibliothekarin Heidi Eisenhut auf den kulturhistorischen Hintergrund der Tattoo-Kunst ein.

Bonusmaterial online

Teil des Hefts ist zudem die «Förderei»; «Auftritte» absolvieren in der Heftmitte Christian Meier, daneben Ueli Alder und Rolf Graf. Auch zum Obacht Nummer 13 finden Interessierte «Bonusmaterial» auf der Homepage www. obacht.ch – etwa Ueli Alders erstes Poster der Reihe «Filme, die noch gedreht werden sollten». Das zweite (Bild links) liegt dem Obacht Kultur bei. Ebenfalls online findet man verschiedene, im Thema Tattoo weiterführende Bildstrecken (unter anderem mit Bildern aus dem Fundus von Herbert Hoffmann).

www.kulturlandsgemeinde.ch und www.obacht.ch

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