Zunahme in Innerrhoden: Dachse leiden unter tödlichem Virus

Die Staupe ist eine Krankheit, die bei gewissen Wildtieren zum Tod führt. Hunde können mit einer Impfung geschützt werden.

Karin Erni
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Gesunde Dachse sind nachtaktiv. Wer tagsüber ein Tier antrifft, sollte es der Wildhut melden.

Gesunde Dachse sind nachtaktiv. Wer tagsüber ein Tier antrifft, sollte es der Wildhut melden.

Bild: Donata Seitz

Die Innerrhoder Jagdverwaltung hat in den vergangenen Tagen mehrere Dachse mit akuten Staupesymptomen erlöst oder bereits tot aufgefunden, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Die Staupe ist eine Viruskrankheit, die hunde- und marderartige Tiere befällt. In der Schweiz sind dies Hund, Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Wiesel, und Waschbär. Für diese Tierarten ist die Krankheit hoch ansteckend und verläuft in der Regel tödlich. Für den Menschen und für Nutztiere ist sie ungefährlich.

Ueli Nef, Jagdverwalter Appenzell Innerrhoden.

Ueli Nef, Jagdverwalter Appenzell Innerrhoden. 

PD

Hunde können gegen Staupe geimpft werden. Die Jagdverwaltung empfiehlt daher Hundehalterinnen und Hundehaltern, den Impfschutz ihrer Hunde zu kontrollieren und allenfalls Kontakt mit dem Tierarzt aufzunehmen. Die Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin empfiehlt auf ihrer Webseite, eine Grundimmunisierung der Welpen im ersten Lebensjahr und danach alle drei Jahre eine Auffrischung des Impfschutzes durchzuführen.

Hunde im Frühjahr im Wald anleinen

Schützen kann man seinen Hund zusätzlich, indem man ihn gut beaufsichtigt. «Hunde sollten im Frühjahr im Wald und in Waldnähe ohnehin nicht frei laufen gelassen werden», so der Innerrhoder Jagdverwalter Ueli Nef. «Derzeit ist bei vielen Tierarten Setzzeit. Herumstöbernde Hunde können Mutter- und Jungtiere unnötig aufschrecken und so zu Störungen der Aufzucht führen.»

Heinz Nigg, Jagdverwalter Appenzell Ausserrhoden.

Heinz Nigg, Jagdverwalter Appenzell Ausserrhoden.

PD

Gegen die  Staupe gebe es keinen Schutz bei Wildtieren, sagt Nef. «Solche Vorgänge sind in der Natur durchaus normal. Die Wildtierpopulationen sind dynamisch. Ein strenger Winter, Infektionen oder der Strassenverkehr können den Bestand einer Tierart immer mal wieder dezimieren.» Durch die natürliche Reproduktion erhole er sich jeweils schnell wieder.

Dachsbestände sind gross

Auch in Ausserrhoden ist die Staupe in letzter Zeit vermehrt aufgetreten, wie Jagdverwalter Heinz Nigg auf Anfrage sagt. «Wir haben vor allem im Hinterland Abgänge bei Füchsen und Dachsen.» Seit einigen Jahren habe man den Jagddruck auf den Dachs erhöht. Aber nicht wegen der Staupe, sondern weil die Bestände stark zunehmen und die Tiere mit ihren Grabungen Schäden verursachen. Die Staupe sei, wie alle ansteckenden Krankheiten dichteabhängig, so Nigg.

«Die Zunahme der Ansteckungen zeigt, dass der Bestand gross ist.»

Gesunde Dachse sind scheu und in der Regel erst in der Dämmerung und in der Nacht unterwegs. Wer tagsüber einen Dachs beobachtet, sollte diesen der Jagdverwaltung telefonisch unter 071 788 92 86 (Innerrhoden) oder 079 698 19 16 (Wildhüter Ausserrhoden) melden.

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