Zum Thema «Tunnelkredit Teufen»

Warum werden in den Städten mit Bahnbetrieb keine Anstrengungen gescheut, um Bahn und Individualverkehr wo immer möglich zu trennen? Weil die gleichzeitige Nutzung derselben Spur die Bahn bremst, zu Verspätungen und zu Unfällen führt (in Zürich zum Beispiel nur noch selten anzutreffen).

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Warum werden in den Städten mit Bahnbetrieb keine Anstrengungen gescheut, um Bahn und Individualverkehr wo immer möglich zu trennen? Weil die gleichzeitige Nutzung derselben Spur die Bahn bremst, zu Verspätungen und zu Unfällen führt (in Zürich zum Beispiel nur noch selten anzutreffen). An den Schnittstellen zwischen Bahn und Strasse beklagen die Appenzeller Bahnen jedes Jahr mehrere, mitunter schwere Unfälle. Im Dorfzentrum Teufen mit Schulkindern zu Fuss und auf Velos, Bahnübergängen, Parkplatzausfahrten, Verkaufsläden, Dorfanlässen usw. sollen zukünftig bis zu acht Züge pro Stunde gleichzeitig mit dem Individualverkehr dieselbe Spur benützen. Dies macht mir Angst. Wir brauchen eine Lösung, die auch für spätere Generationen taugt. Nur der Tunnel kann die Verkehrssicherheit verbessern, der Bahn freie Fahrt gewähren und das einzige Bahn-Nadelöhr zwischen St. Gallen und Appenzell aufheben. Wenn zudem ein neues Schulhaus nötig wird, ist eine Erhöhung des Steuerfusses gerechtfertigt. Teufen muss nicht um jeden Preis die steuergünstigste Gemeinde im Kanton bleiben. Neben dem Geld zählt auch die Lebensqualität. Einen Exodus der guten Steuerzahler befürchte ich nicht.

Rudolf Bleuler

Haagweg 10, 9052 Niederteufen

Abstimmungskampf in Teufen?

Ich glaube, der Abstimmungskampf in Teufen ist in vollem Gange. Das Thema Tunnelierung Ja oder Nein kommt bei fast jedem Gespräch zur Diskussion. Für mich habe ich folgende Überlegungen gemacht.

Was für Folgen haben die zwei zum Entscheid stehenden Varianten für die Gemeinde? Einerseits die Variante Tunnel: Trennung des Strassenverkehrs und des Bahnverkehrs, Freiraum für die Gestaltung des engeren Dorfbereichs, eine sehr grosse finanzielle Belastung für das Gemeindebudget, Risiko für Kostenüberschreitungen (ist bei Tunnelbau fast üblich), unwahrscheinliche Zustimmung der übrigen Gemeinden zu einem Kantonsbeitrag an die Bahntunnelierung. Anderseits die vom Gemeinderat vorgeschlagene Lösung: Die Gemeinde kann ohne die grosse Schuldenlast (30 Mio. Franken plus Teuerung und zusätzliche Mehrkosten) die anstehenden Projekte wie Dorfbereichsgestaltung, Schulanlagen, Altersheime, Unterhalt bestehenden Infrastrukturen wie Wasserversorgung, Abwasseranlagen, Gemeindestrassen, Unterhalt bestehende Gebäude und Liegenschaften, entsprechend der tragbaren Verschuldung angehen.

Natürlich ist ein Herunterfahren der Leistungen und Angebote der Gemeinde möglich, aber ist das gewünscht und wer ist bereit, mit Steuererhöhung und Reduzierung der Ansprüche dazu beizutragen? Jedenfalls trägt der Stimmbürger eine grosse Verantwortung.

Fritz Schiess

Sonnenberg, 9053 Teufen

Tunnel in Teufen

Um die Verkehrsprobleme im Zentrum von Teufen langfristig zu lösen, gibt es keinen andern Weg als die Entflechtung der Verkehrsträger. Das heisst, wir brauchen einen Tunnel für die Appenzeller Bahnen. Damit können Sicherheits-Verbesserungen für die Fussgänger, Velofahrer und alle anderen Verkehrsteilnehmer erreicht werden und das Dorfbild könnte attraktiver gestaltet werden.

Im Riethüsli sind vergleichbare, unhaltbare Zustände vorhanden. Dank der Durchmesserlinie werden diese Probleme mit einer Tunnelierung und der Tieferlegung der Haltestelle gelöst. Enttäuschend ist, dass die Finanzierung des Riethüsli-Tunnels nicht identisch ist mit der Finanzierung des Teufener Tunnels. Es wäre schön, wenn Bundesbern mit gleichen Unterstützungen aufwarten würde!

Aber auch Teufen könnte mit einer weniger spendablen Ausgabenpolitik den Anteil von 30 Millionen Franken finanzieren, eine Steuererhöhung wäre nicht notwendig und die andern Zukunftsprojekte könnten trotzdem geplant werden.

Im Vergleich der Gemeinden Teufen, Herisau, Speicher und Heiden kostet uns die allgemeine Verwaltung pro Einwohner beinahe das Doppelte! (Teufen 639 Franken, Herisau 364 Franken, Speicher 362 Franken, Heiden 302 Franken). Die Kosten pro Einwohner für die allgemeine Verwaltung müssen und können in Teufen auf 400 Franken gesenkt werden, so bleiben 239 Franken für jährliche Investitionen übrig und erlauben ohne Steuererhöhung den Tunnel zu finanzieren. Dies macht es möglich, jährlich 1,4 Millionen Franken zur Finanzierung des Tunnels einzusetzen.

Um die Vorteile des Tunnels nochmals hervorzuheben:

Kurt Stäheli

Hinterrainstrasse 4, 9053 Teufen

Die dritte Variante

Die Abstimmung in Teufen wird weitreichende Folgen habe. Sei dies für meine oder die zukünftige Generation. Deshalb ist es mir ein Anliegen dazu Stellung zu nehmen.

1. Mich würde es grundlegend einmal interessieren, inwiefern die Appenzeller Bahnen in Sachen Aufwand und Ertrag dastehen. Zahlreiche Privatbahnen in der Schweiz werden durch den Bund unterstützt, da sie mit ihren Erträgen die Aufwände nicht decken können.

2. Dies führt sogleich zu Punkt zwei. Ist die Bahn nicht selbsttragend, wozu dann noch diese Investitionen? Geht es dabei nur darum, gesprochen Gelder des Bundes zu erhalten? Bis jetzt konnte mir niemand den genauen Nutzen des Projekts (Doppelspur-Tunnel oder Durchmesserlinie) erläutern.

3. In der Stellungnahme der Gemeinde und des Kantons wird zugesichert, dass das Trottoir vom Spörri dann gleich mit der Doppelspur realisiert werden kann. Sind Sie da ganz sicher, dass dies so leicht gehen wird?

Es erstaunt mich schon sehr, dass es bis heute nicht möglich war, die Bahnhofkreuzung durch ein Blinklicht zu sichern. Ist dieser doch sicher einer der meistbefahrenen Übergänge in unserem Dorf. Immerhin wurde jetzt ein Übergang zwischen dem Stofel und Sternen provisorisch gesichert, dort geht es.

4. Unsere Gemeinde wird nie einen lebendigen und gemütlichen Kern erhalten. Der Tunnel sowie die Doppelspur werden daran auch nichts ändern.

Fazit: Teufen hätte sicher genügend finanzielle Mittel, um den Bau des Tunnels zu finanzieren. Auch eine Erhöhung des Steuerfusses ist tragbar und wird auch die Wohlhabenden nicht zum Abwandern bewegen. Falls der Tunnel nicht zustande kommt, setze ich mich für das Beibehalten der jetzigen Situation ein.

Christoph Preisig Sammelbüelstrasse 5a, 9053 Teufen