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Zum Gedenken an Röbi Lutz

Nachruf
Eduard Abderhalden
Röbi Lutz (1941 - 2018). (Bild: PD)

Röbi Lutz (1941 - 2018). (Bild: PD)

Damals, im Dezember 1969, wurden mir bei meinem Stellenantritt im Spital Heiden zwei Männer vorgestellt, ein älterer und ein jüngerer. Der eine hiess Koni und der andere Röbi. Die beiden würden in der Werkstatt arbeiten und mit dem Krankenauto fahren. Koni ist mittlerweile schon lange gestorben und Röbi wurde im Alter von bald 77 Jahren am 12. Februar zur ewigen Ruhe der Erde übergeben. Ältere Häädler werden sich noch an das Bild erinnern: Koni und Röbi an schönen Sonntagen auf dem Bänkli vor dem Zornhüsli. Das Tor der Krankenautogarage offen. Man könnte ja vielleicht noch fahren müssen!

Röbi Lutz war das älteste von sechs Kindern der Familie Lutz. Er erlebte eine schwierige Jugendzeit. Die ganze Familie litt unter dem Alkoholproblem des Vaters. Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit kam Röbi zu Koni Zuberbühler, dem Spitalgärtner und Hauswart, der mit den familiären Verhältnissen vertraut war. Eine helfende Hand war jenem sehr willkommen. Eine berufliche Ausbildung kam nicht in Frage. Dank des geschickten Verhaltens des Jünglings wurde aus der Hilfstätigkeit bald einmal ein Anstellungsverhältnis. Der Garten bot Röbi Lutz zwar nicht gerade sein bevorzugtes Arbeitsfeld. Vielmehr interessierte er sich für den Gebäudeunterhalt und die damals noch einfachen technischen Einrichtungen. Zudem gab es im sogenannten Absonderungshaus keinen Lift. Patienten mussten noch über zwei Treppen rauf und runter getragen werden. Neue Arbeitsfelder eröffneten sich Röbi mit dem Neubau des Spitals und der geschützten Operationsstelle, die Ende 1967 in Betrieb genommen wurden. Ein gutes Verständnis für Technik, mittlerweile angeeignete Fähigkeiten im Umgang mit Elektrik und im Heizungs- und Sanitärbereich waren gute Voraussetzungen für den Unterhalt der vielen neuen Anlagen, Einrichtungen und Geräte. Da war ja auch noch der Krankentransportdienst im Vorderland mit einer damals noch einfachen «Erste-Hilfe-Ausrüstung». Auch diese musste beherrscht werden.Es gab noch eine kleine Nebenaufgabe, die Röbi im jungen Erwachsenenalter von einem ehemaligen Taxibetreiber in Heiden «geerbt» hatte, nämlich Überführungen von Verstorbenen in ihre Wohngemeinden oder ins Krematorium St. Gallen. Unter der zuverlässigen Durchführung von Röbi wurde diese Dienstleistung bald einmal zur Selbstverständlichkeit im Vorderland. Gelegentlich gab es sogar Fahrten bis hinunter nach Sizilien.

1974 heiratete Röbi seine Ruth Lutz. Anfänglich wohnte das junge Paar an der Schützengasse. Schon ein Jahr später zogen sie in ein Haus an der Hinterbissaustrasse, neben der damaligen Media. Mit der ihm eigenen Sorgfalt erstellte er für seine Familie ein schönes Zuhause. Dem Paar wurden drei Kinder geboren.

1988 begann die Erneuerung des Spitals und der Neubau des Pflegeheimes. Dies gab dem bisherigen Allrounder die Gelegenheit, sich zunehmend auf die Bereiche Wärme und Wasser zu konzentrieren. Eine besondere Herausforderung stellte das neue Blockheizkraftwerk dar, deren zwei Gasmotoren elektrischen Strom und manchmal fast zu viel Wärme produzierte.

Im Juni 2004 wurde Röbi nach nahezu 50 Dienstjahren pensioniert. In seinem Haus muss es öfters fein nach frischem Brot und Zopf geduftet haben. Röbi entdeckte für sich das Backen. Selbstverständlich wurde auch diese Beschäftigung mit aller Perfektion gepflegt. Daneben fand das Ehepaar Lutz auch Zeit für kleinere Reisen und Tagesausflüge. Ein herber Schlag für Röbi war es, als seine Ruth nach schwerer Erkrankung im Sommer 2016 starb. Nur 18 Monate später, Anfang Februar dieses Jahres schloss sich auch für Röbi Lutz der Lebenskreis.

Eduard Abderhalden

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