Zum drittenmal Buchstabenkönigin

Einstimmiges Schweigen herrscht am Sonntag im Finalmatch des vierten St. Galler Scrabble-Turniers. Die Stille wird nur vom gelegentlichen Husten eines Zuschauers oder dem Rascheln des Buchstaben-säckchens unterbrochen, wenn eine der beiden Finalistinnen neue Spielsteine zieht.

Patrick Herger
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Einstimmiges Schweigen herrscht am Sonntag im Finalmatch des vierten St. Galler Scrabble-Turniers. Die Stille wird nur vom gelegentlichen Husten eines Zuschauers oder dem Rascheln des Buchstaben-säckchens unterbrochen, wenn eine der beiden Finalistinnen neue Spielsteine zieht. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen «scrabbeln» Ulla Trappe und die Dicklerin Regula Schilling um den Sieg. Letztere half als ehemalige Schulpsychologin dabei, das Turnier zum wiederholten Mal in der Sprachheilschule St. Gallen auszurichten. Insgesamt 46 Teilnehmer aus der Schweiz, Deutschland und Europa nehmen am dreitägigen Turnier teil, davon zwölf Schweizer. Viele von ihnen sind im Publikum vertreten.

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Die Finalistinnen selbst spielen an einem Tisch, ihre Wortkreationen werden per Computer auf eine Leinwand übertragen. So beobachten die Zuschauer, von denen die meisten eher älter sind, wie Wort um Wort auf dem Spielbrett erscheint. Für jeden Buchstaben gibt es einen oder mehrere Punkte, für solche wie Q oder Y sogar zehn. Diese werden dann zusammengezählt und dem Punktekonto des Spielers gutgeschrieben. Zwischen den einzelnen Zügen überlegen die Finalistinnen auch einmal etwas länger: Die Wartezeit variiert von einer halben bis zu mehreren Minuten. Die Uhr tickt, denn für alle Züge des Matchs hat jeder insgesamt nur 30 Minuten Zeit. Wer darüber liegt, dem werden am Ende des Spiels Punkte abgezogen. Die Zuschauer klatschen Beifall, als eine Kombination aus «Einsaue» und «Hunds» der Spielerin satte 70 Punkte einbringt.

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Am Ende siegt Regula Schilling mit 422 zu 371 Punkten und gewinnt das Turnier damit zum drittenmal in Folge. «Ich habe nicht damit gerechnet, noch einmal Erste zu werden», sagt sie glücklich.

Viele Zuschauerinnen und Zuschauer machen sich bereits auf den Weg nach Hause oder zum aufgestellten Grill, als Schilling mit einer Kuhglocke zur Siegerehrung aufruft. Noch einmal dürfen alle Teilnehmer des dreitägigen Turniers nach vorne, um sich beglückwünschen zu lassen. Mitorganisatorin Blanca Gröbli-Canonica freut sich über die gelungene Veranstaltung. Auch wenn sie als Teilnehmerin nur den 11. Platz belegt.

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