ZUKUNFTSPLANUNG: Wattwil will Steuern senken

Die Politische Gemeinde Wattwil steuert eine Steuerfusssenkung um vier Prozentpunkte auf 139 Prozent an. Die Schulgemeinde wartet derweil auf eine Lösung ihres Turnhallen-Engpasses.

Urs M. Hemm
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Die Neugestaltung des Zentrums, insbesondere der Bahnhof- und der Poststrasse, bilden einen Schwerpunkt in der Planung der Gemeinde Wattwil. (Bild: Urs M. Hemm)

Die Neugestaltung des Zentrums, insbesondere der Bahnhof- und der Poststrasse, bilden einen Schwerpunkt in der Planung der Gemeinde Wattwil. (Bild: Urs M. Hemm)

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@toggenburgmedien.ch

Im Rahmen einer Medieninformation kommunizierten am Mittwoch Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident von Wattwil, sowie Norbert Stieger, Präsident der Schulgemeinde Wattwil- Krinau, die anstehenden Geschäfte und Pläne der Gemeinde. Neben notwendigen Infrastrukturmassnahmen plant die Politische Gemeinde Wattwil eine Steuerfusssenkung von 143 auf 139 Prozent. Damit bewegt sich Wattwil im kantonalen Vergleich im Rahmen der steuergünstigen Wohngemeinden.

Neue Sportanlage soll Engpässe beheben

Im Bereich Infrastruktur ist hinsichtlich der Fertigstellung der Umfahrungsstrasse Wattwil in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gewerbe und den Liegenschaftseigentümern eine Aufwertung der Bahnhofstrasse von der katholischen Kirche bis zum Bahnhofplatz geplant. «Wenn wir nicht wollen, dass alle Wattwil umfahren, müssen wir den Dorfkern attraktiver gestalten. Dies beinhaltet einerseits die Strassenraumgestaltung, andererseits ein aktives Zentrumsmanagement, welches beispielsweise gemeinsame Aktionen koordiniert», sagt Alois Gunzenreiner. Die Zentrumsgestaltung beinhaltet jedoch nicht nur die Bahnhofstrasse.

Neben der Umfahrung Wattwil werden die Projekte «Bahnhof Süd» sowie der Neubau der Kantonsschule und des Sportplatzes im Rietwis-Quartier Schwerpunkte in den kommenden Jahren bilden. Insbesondere die neue Kantonsschule auf dem Areal Rietstein und der Sportplatz haben integralen Einfluss auf die Schulgemeinde WattwilKrinau. «Tatsache ist», sagt Norbert Stieger, «dass die Situation bei den Turnhallen zurzeit bedenklich ist. Die Turnhallen entsprechen bezüglich Grösse in der Mehrzahl nicht den An- forderungen des Bundesamtes für Sport. Zudem haben wir neben dem Schulsport zahlreiche Vereine, welche die Hallen nutzen wollen. Mit dem Neubau einer Halle und eines Sportplatzes auf dem Rietwis-Areal würden wir solche Kapazitätseng- pässe lösen können.»

Ein weiteres Grossprojekt, welches auf die Gemeinde zukommt, ist die Thursanierung, welche die oben genannten Projekte je nach Ausführung tangieren könnte.

Finanziell gut gestellt

Derweil präsentiert sich die finanzielle Situation der Politischen Gemeinde Wattwil in einem hervorragenden Zustand. So schliesst die Rechnung 2016 mit einem Überschuss von rund 2,55 Millionen Franken ab. Der Gemeinderat wird an der Bürgerversammlung beantragen, diesen Betrag dem Eigenkapital zuzuführen. Zwar fielen die Grundstücksgewinnsteuern um 22 Prozent tiefer aus als budgetiert, dafür lagen die Einnahmen aus der Reinertrags- und Kapitalsteuer von juristischen Personen gut 17 Prozent über dem Voranschlag. Total stehen Ausgaben in der Höhe von knapp 41,2 Millionen Franken Erträge von rund 43,7 Millionen Franken gegenüber. Auch sonst steht die Gemeinde gut da. So konnten die Darlehen in den vergangenen zehn Jahren von gut 30 000 Franken im Jahr 2006 auf praktisch null im Jahr 2016 reduziert werden, so dass Wattwil praktisch schuldenfrei da steht. Parallel dazu konnte der Zinsaufwand folglich von über einer Million Franken im Jahr 2007 auf unter hunderttausend Franken reduziert werden.

Aufgrund dieser positiven Entwicklung der Gemeindefinanzen möchte der Gemeinderat und dessen Präsident den Steuerfuss um vier Prozentpunkte von 143 auf 139 Prozent senken. «Seit dem Jahr 2007 konnten wir den Steuerfuss kontinuierlich von damals 162 Prozent senken, was für eine gute Planung und Verwendung der Ressourcen spricht», sagt Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner.