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ZUKUNFTSHOFFNUNG: Der Diamant wird geschliffen

Der Degersheimer Yasin Chennaoui hat es trotz seines jungen Alters als Schachspieler schon weit gebracht und gilt als Spitzentalent. Um seine Karriere zu fördern, zieht die ganze Familie an einem Strang.
Cédric Schneider
Bis zu fünf Stunden dauern Yasin Chennaouis Schachpartien. (Bild: PD)

Bis zu fünf Stunden dauern Yasin Chennaouis Schachpartien. (Bild: PD)

Cédric Schneider

cedric.schneider@wilerzeitung.ch

Yasin Chennaoui ist im Intellekt nicht vergleichbar mit gleichaltrigen Kindern. Seit er sieben Jahre alt ist, spielt er aktiv im Schachclub St. Gallen. Er nimmt für zwei St. Galler und unterdessen sogar für ein österreichisches Schachteam an Turnieren teil und war auch schon an einer Juniorenweltmeisterschaft auf der griechischen Insel Halkidiki.

Seit Anfang Februar verbringt der 14-Jährige nun auch seine Schulzeit an einer speziellen Förderschule für Spitzentalente aller Sportarten. Täglich pendelt er von Degersheim nach Kreuzlingen oder schläft bei Mutter Alexandra Chennaouis Eltern in ­Konstanz, um das ideale Trainingsumfeld der Nationalen Elitesportschule Thurgau ausnutzen zu können.

Optimale Trainingsbedingungen

Yasins Stundenplan wird individuell auf sein Training ausgerichtet. Der verpasste Schulstoff kann problemlos auch am Abend nachgeholt werden. Es ist immer ein Lehrer dafür anwesend. «Das ist genau das Richtige für Yasin», sagt Mutter Alexandra.

Die Eltern mussten sich die Unterstützung der Schulgemeinde Degersheim für Yasins Förderung an der Nationalen Elitesportschule Thurgau erkämpfen. Die Gemeinde muss für die Schulkosten eines Sporttalents aufkommen, falls der Schüler oder die Schülerin die Kriterien erfüllt und somit speziell gefördert werden soll. Diese Unterstützung der Behörden fehlte beim Degersheimer Schachtalent. Schliesslich resultierte eine gerichtliche Einigung. Yasin Chennaouis Karriere nimmt mittlerweile Züge eines Profischachspielers an. Mit dem Besuch der Elitesportschule werden Trainings mit einem Privattrainer unumgänglich. Yasin ist einer der wenigen Schachspieler in seinem Alter und seiner Stärkeklasse, der noch keine Privattrainings absolvierte. Bei vielen seiner Kontrahenten ist dies der Normalfall.

Finanzieller Aspekt ist nicht zu unterschätzen

Zudem sorgen die vielen Turniere und die damit verbundenen Übernachtungen für einen finanziellen Kraftakt. «Ich habe eine Aufzählung gemacht und bin auf eine Summe von mehr als 10000 Franken gekommen, die für Yasins Förderung jährlich aufgewendet werden müssen», sagt Alexandra Chennaoui. Die Familie befindet sich deswegen zurzeit auf Sponsorensuche. Auch wenn Schach nicht so populär ist wie Fussball, erhofft sich die Familie, dass sich Sponsoren finden werden. Eine Partnerschaft sei etwa mit Unternehmen möglich, die Güter und Dienstleistungen im mentalen Bereich anbieten.

Das Schachtalent scheint in der Familie Chennaoui kein Einzelfall zu sein. Auch Yasins fünfjährige Schwester Niya spiele bereits bis zu eineinhalbstündige Schachpartien, erzählt Mutter Alexandra. Beim nächsten Höhepunkt wird sie ebenfalls dabei sein. Yasin reist im April nach Karlsruhe, um an einem internationalen Turnier teilzunehmen.

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