Zukunft Halleluja

Vor einigen Monaten hat das Bundesgericht den Rekurs eines 94-Jährigen abgewiesen, der der Ansicht war, ihm sei der Fahrausweis zu Unrecht entzogen worden.

Peter Abegglen
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Bild: Peter Abegglen

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Vor einigen Monaten hat das Bundesgericht den Rekurs eines 94-Jährigen abgewiesen, der der Ansicht war, ihm sei der Fahrausweis zu Unrecht entzogen worden. Ein medizinisches Gutachten hatte bei ihm unter anderem eine beträchtliche Sehbehinderung, Gleichgewichtsstörungen sowie eine ungenügende Koordination von Bewegungsabläufen festgestellt. Von einer Hörschwäche oder undeutlicher Aussprache gab es in der Meldung keine Angaben. Nun ist also Schluss mit Autofahren, und der gute Mann wird wohl oder übel in öffentlichen Verkehrsmitteln auffallen, wenn er die Trittstufe nicht schafft, plötzlich hinfällt, die Notbremse mit dem Halteknopf verwechselt oder auf dem Trottoir taumelt und mit einem korrekt entgegenkommenden Kinderwagen zusammenprallt.

Mir scheint, der Mann ist einfach zu früh geboren worden, denn die Zeiten sind ja nicht mehr weit, wo es gar keinen Führerschein mehr braucht, da die Autos von selbst fahren werden. Man setzt sich hinein und muss nur noch das Fahrziel eingeben, nicht eintippen – um Himmels willen, nein! – die Gefahr des Vertippens wäre bei einer Sehbeeinträchtigung und/oder gestörter Koordination von Bewegungsabläufen zu gross. Die Eingabe wird dannzumal über einen Sprachdecoder erfolgen, der individuell auf die eigene Sprache eingestellt werden kann.

In einem Testversuch mit zwar noch rüstigen, aber etwas undeutlich sprechenden Senioren soll der Sprachdecoder noch Kinderkrankheiten gezeigt haben. Die Zielangabe «Walzehuuse» bestätigte er mit: «Nicht gefunden: Halleluja.»

Bild: Peter Abegglen

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