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Zufrieden trotz Handicap

KIRCHBERG. Der 22jährige Thomas Huber aus Kirchberg lebt seit seiner Geburt mit einer angeborenen Gelenksteife. Die Arthrogryposis multiplex congenita (AMC) hindert ihn allerdings nicht daran, ein fast normales Leben zu führen.
Beat Lanzendorfer
Thomas Huber im Innenhof des Klosters St. Maria der Engel in Wattwil, seinem Arbeitsplatz. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Thomas Huber im Innenhof des Klosters St. Maria der Engel in Wattwil, seinem Arbeitsplatz. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Aufgewachsen ist Thomas Huber mit seinen Eltern und vier Geschwistern (drei Schwestern, ein Bruder) im Salengrund, der etwas ausserhalb des Dorfes an der Strecke Kirchberg–Müselbach liegt. Er lebt noch immer dort. Der gelernte kaufmännische Angestellte arbeitet heute mit einem 40-Prozent-Pensum bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) in Bütschwil im Revisorat sowie an drei Tagen in der Woche bei der Fazenda da Esperança im Kloster St. Maria der Engel in Wattwil. Dort ist er für die ganze Administration zuständig.

Zum ersten Kontakt mit der Fazenda kam es vor zwei Jahren: «Ich war mit rund 200 anderen Schweizern am Weltjugendtag in Brasilien. Auf der Nachreise, dies beinhaltet das Kennenlernen des Landes, der Leute oder Diskussionen über die Worte des Papstes, besuchten wir unter anderem auch zwei Tage die Gründerfazenda in Guaratingueta.»

Vor 32 Jahren gegründet

Bei der Lebensgemeinschaft, die vor über 32 Jahren in Brasilien aus dem Leben einiger engagierter Mitglieder einer katholischen Kirchengemeinde entstand, arbeitete er in Wattwil vorerst während fünf Monaten ehrenamtlich. Seit August ist er dort fix angestellt, nachdem ihn eine Stiftung anfragte, ob er sich ein weiteres Engagement vorstellen könne. «Ursprünglich hatte ich einen Sozialeinsatz im Ausland geplant, mit einem Handicap ist dies aber nicht einfach umzusetzen», erklärt Thomas Huber.

Ausbildung in Wil und St. Gallen

Thomas Huber erinnert sich noch gut an seine Kindergarten- und Schulzeit. «Ich besuchte den Kindergarten an der Dietschwilerstrasse und für mich wurde extra eine Rampe angefertigt, damit ich ins Innere des Gebäudes gelangen konnte.» Eine Rampe reichte an der Primarschule und Oberstufe dann nicht mehr, es musste ein Lift gebaut werden. Trotz Behinderung verlief der Umgang mit den Gleichaltrigen ohne Handicap problemlos. «Bereits in der dritten Klasse schloss ich mich der Jungwacht an.» Heute, zwölf Jahre später, ist er noch immer dabei und mittlerweile Leiter der ältesten beiden Gruppen. Auch von Skilagern liess er sich nicht aufhalten: «Statt mit den Ski ging es halt mit dem Monobob auf die Piste», meint er mit einem Schmunzeln. Auch beruflich hat der 22-Jährige seinen Weg gefunden. Der kaufmännische Angestellte absolvierte seine Lehre beim Amtsnotariat in Wil (1. und 3. Lehrjahr) und beim Handelsregisteramt in St. Gallen (2. Lehrjahr).

Vielseitige Hobbies

Angesprochen auf seine Hobbies, lacht Thomas Huber: «Einen Abend pro Woche bin ich zu Hause, die anderen bin ich meist unterwegs.» So gehört er dem Rollstuhlclub St. Gallen an, bei dem er als Kassier amtet. Darüber hinaus nimmt er mit dem Club auch an Unihockey-Plauschturnieren teil, die in diesem Jahr in Domat-Ems, Volketswil, Frauenfeld und Nottwil stattfanden. Nebst der schon erwähnten Jungwacht gehört er auch der Bibelgruppe Immanuel in Jonschwil an, die sich alle zwei Wochen trifft.

Das mit dem einen Abend zu Hause hängt auch mit seiner beruflichen Weiterbildung zusammen. Zurzeit lässt sich Thomas Huber zum Sachbearbeiter Rechnungswesen/Treuhand weiterbilden. Die Schule begann im letzten Januar und dauert bis Januar 2017.

Mit eigenem Auto unterwegs

Beim Abschied interessiert den Schreiber, wie Thomas Huber denn zu seinem Arbeitsplatz hoch über Wattwil kommt? «Selbstverständlich mit dem Auto, mit einem Automat ist meine Behinderung überhaupt kein Problem.» Einziger Unterschied: Das Auto ist so konzipiert, dass Thomas Huber seinen Rollstuhl befördern kann. «Gegen Abend, wenn die Beine, die von Schienen gestützt werden, müde werden, bin ich froh, wenn ich auf den Rollstuhl zurückgreifen kann.» Das ist aber so ziemlich alles, was den 22-Jährigen von andern in seinem Alter unterscheidet.

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