«Zürich war eine eher einfache Aufgabe»

Nachgefragt

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Wenn die Band The Rolling Stones auf ihrer aktuellen «No Filter Tour» in europäischen Grossstädten auftritt, ist ein gebürtiger Walzenhausener immer dabei. Marco Güntensperger ist mit ­seiner Produktionsfirma seit elf Jahren auf die Planung und Durchführung von Konzerten, Sportanlässen und anderen Grossveranstaltungen spezialisiert.

Marco Güntensperger, wie kamen Sie dazu, ins Konzertbusiness einzusteigen?

Bis vor elf Jahren war ich technischer Leiter beim Konzertveranstalter Good News. In jener Zeit konnte ich viele Kontakte zu Bands knüpfen. Durch die Gründung meiner eigenen Firma Bullitt Productions LLC habe ich die Seiten gewechselt und bin nun für die Bands tätig.

Wie viele Leute beschäftigt Ihre Firma?

Wir sind fünf Festangestellte. Unser Team wird für gewisse grössere Produktionen, wie die Uefa Champions League, mit bis zu 50 Freelancern aufgestockt.

War der Stones-Auftritt letzte Woche in Zürich etwas Besonderes für Sie?

Jeder Ort hat seine Herausforderungen. Zürich war eine eher einfache Aufgabe, weil das «Letzigrund» ein geschlossenes Stadion ist und ich es sehr detailliert kenne. Im Gegensatz zu Hamburg, wo das Konzert in einem öffent­lichen Stadtpark stattfand. Das ist viel aufwendiger.

Es gab nach dem Schweizer Gastspiel Stimmen, die Altherren-Band sei ihr Eintrittsgeld nicht mehr wert . . .

Ich habe keine solchen Kritiken gehört. Im Gegenteil, die Leute sind begeistert. Ich kenne die Stones seit vielen Jahren und finde, sie sind musikalisch so gut wie seit 1995 nicht mehr. Ein Rockkonzert zu geben, ist physisch anspruchsvoll. Was diese Musiker in ihrem hohen Alter noch abliefern, ist eine wahre Meisterleistung!

Gibt es auch persönliche Kontakte zu den Bandmitgliedern? Während der Tour begegnen wir uns eher selten. Vor der Tour hat die Band zehn Tage lang in London in einer Halle geprobt. Da haben wir uns gelegentlich getroffen. Ich habe die Musiker dabei als sehr nahbar erlebt. Sie sind locker drauf. (ker)